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Nikola Vlahovic, HC Oppenweiler/Backnang

Abwehr und Gegenstoß als Erfolgsgaranten



HCOB-Handballer gewinnen das wichtige Match gegen den TV 08 Willstätt

Der HC Oppenweiler/Backnang ist mit einem Erfolgserlebnis in das Handballjahr 2022 gestartet. Der Drittligist siegte mit 31:21 gegen den TV 08 Willstätt, einen direkten Wettbewerber im Kampf um einen der ersten sechs Tabellenplätze. Entscheidend war die gute Abwehrarbeit. Die Murrtaler ließen nur 21 Gegentore zu und setzten durch Gegenstöße entscheidende Nadelstiche.

In den Anfangsminuten hatte Willstätt Vorteile. Das Gästeteam steckte eine frühe Zeitstrafe gegen Yannik Ludwig weg und erzielte in Unterzahl zwei Tore. Der HCOB brauchte noch zu viele Chancen für seine Treffer. Ein Glück, dass Keeper Jürgen Müller gleich auf Betriebstemperatur war. Er verhinderte mit seinen Paraden einen deutlicheren Rückstand.

Auf der Gegenseite holten die Murrtaler zwei Siebenmeter heraus, Marcel Lenz verwandelte sie zum 5:5. Die Murrtaler gewannen erkennbar die Oberhand. Bei Willstätt machten sich fehlende Wechselmöglichkeiten im Rückraum bemerkbar. Die Abwehr der Gastgeber setzte den Angreifern zu, zwang sie zu Fehlern.

Bis zum 8:8 blieben die Südbadener auf Augenhöhe, dann profitierte der HCOB von Ballgewinnen. Die Handballer in den grünen Trikots schalteten schnell um und hatten immer öfter freie Bahn. Innerhalb von zehn Minuten legten die Akteure von Trainer Matthias Heineke einen 8:1-Lauf auf den flächenelastischen Boden der Gemeindehalle.

Dabei setzte sich ein Rückkehrer besonders in Szene: Nikola Vlahovic, mit einem Zweifachspielerecht ausgestatteter Akteur von Zweitligist SG BBM Bietigheim, fügte sich ein, als sei er nie weg gewesen. Er angelte Bälle in der Defensive und steuerte vorne Tore bei. Am Ende des Abends wurde er als Spieler des Tages ausgestattet.

Bei Willstätt ging die meiste Torgefahr von Rückraumspieler Alexander Velz aus. Nach einer Verschnaufpause kam er in den Minuten vor der Pausensirene aufs Spielfeld zurück. Er erzielte die letzten beiden Treffer, brachte Willstätt wieder auf 11:16 heran.

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Nach dem Seitenwechsel erwischten erneut die Handballer aus der Ortenau den besseren Start. Als Dinko Dodig einen der seltenen Konter zum 16:18 nutzte, war der schöne Sieben-Tore-Vorsprung zu 71,5 Prozent weg. Eine neuerliche Hinausstellung gegen TVW-Akteur Ludwig bedeutete für ihn das vorzeitige Spielende und für die HCOB-Angreifer Platz. Felix Raff traf zweimal in Überzahl.

Diese Tore verliehen den Murrtalern Sicherheit. Mindestens so wichtig war, dass die Abwehr nicht an Stabilität verlor, als die Gäste ihren Torhüter austauschten und mit einem siebten Feldspieler ein dauerhaftes Überzahlspiel zu etablieren versuchte. Die Murrtaler fingen weiter viele Bälle ab und hatten beim Konter nun leichtes Spiel, denn sie mussten nur noch ins leere Tor einwerfen.

So setzten sich die Akteure von Coach Matthias Heineke ab. Bei Willstätt schwanden die Kräfte. Mit sechs Toren in Serie erhöhten die Murrtaler auf 29:19, damit war die Entscheidung gefallen. Diese zehn Treffer Differenz waren es auch am Ende. In Anbetracht dessen, dass Willstätt zeitweise noch bedrohlich nahe herangekommen war, etwas zu deutlich.

Aber: für die HCOB-Handballer zählte letztlich das so wichtige Erfolgserlebnis. Auch, weil das Team sich personell dezimiert und nach fünf Wochen Pause erst finden musste. Umso wichtiger war, dass die Abwehr schnell zu einer sehr guten Leistung fand, das Gegenstoßspiel wunderbar klappte und das Mitwirken von Nikola Vlahovic sich auf Anhieb positiv bemerkbar machte.

Durch den Sieg schloss der HCOB in der Tabelle mit 17:13 Punkten zu den Südbadenern auf. Aufgrund des gewonnen direkten Vergleiches liegen die Murrtaler sogar vor Willstätt. Im Kampf um einen Platz unter den ersten Sechs – und damit gegen das Risiko, an einer Abstiegsrunde teilnehmen zu müssen – war es ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen.

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Matthias Heineke: „Ich freue mich über diesen kämpferisch sehr starken Auftritt. Wir haben das Spiel über eine gute Abwehr und ein erfolgreiches Tempogegenstoßspiel gewonnen. In den ersten 15 Minuten hat uns unser Torwart Jürgen Müller ein wenig im Spiel gehalten, dann haben wir jeden Fehler von Willstätt mit einem Gegentor bestraft.“

TVW-Trainer Ole Andersen: „Wir haben das Spiel im Angriff verloren, wir haben beim Gegenstoß mit etwa 2:12 verloren. Es war gut zu sehen, dass uns die Weihnachtspause nicht gutgetan hat.“

Rund ums Spiel

Beim HCOB fehlten mit Tobias Gehrke, Stefan Koppmeier, Philipp Maurer und Tim Düren vier wichtige Spieler. So absolvierte Rechtsaußen Martin Lübke sein Drittligadebüt. Torwart Marcel Wolf kam in den Schlussminuten für Jürgen Müller aufs Feld. Er führte sich mit mehreren Paraden gut ein und kann nun auf 178 Einsätze in der ersten Mannschaft verweisen.

Auch Willstätt war nicht komplett: Die Rückraumakteure Daniel Schliedermann und Yanez Kirschner fehlten.

Die HCOB-Handballer treten am kommenden Samstag beim VfL Günzburg an. Die Murrtaler hoffen, dass einige der fehlenden Spieler zurückkehren und keine neuerlichen Ausfälle zu beklagen sind.

Spielverlauf: 1:3, 6:6, 13:8, 16:11 – 18:16, 23:19, 29:19, 31:21.

HC Oppenweiler/Backnang – TV 08 Willstätt 31:21

HC Oppenweiler/Backnang:

Jürgen Müller, Marcel Wolf (Tor), Marcel Lenz (7/6), Timm Buck, Felix Raff (3), Ruben Sigle (3), Luis Villgrattner (2), Martin Lübke, Kevin Wolf (2), Isaiah Klein, Jakub Strýc (2), Florian Frank (1), Eric Bühler (3), Lukas Rauh (1), Nikola Vlahovic (7). – Trainer: Matthias Heineke.

TV 08 Willstätt:

Leon Sieck, Maxime Duchêne, Steffen Dold (n.e., Tor), Philipp Kunde, Lennart Sieck (2), Yannick Ludwig (2), Christopher Räpple, Dinko Dodig (1), Mickael Kauffmann (2), Régis Matzinger, Alexander Velz (7/1), Marius Oßwald, Ioannis Fraggis, Felix Krüger (2), Jan-Philipp Valda (5), Ben Veith . – Trainer: Ole Andersen.

Schiedsrichter:

Daniel Gräf (Merchweiler) und Dominik Risch (Merchweiler).

Zuschauer:

220.

Siebenmeter:

6/6 : 1/2 (Velz wirft an die Latte).

Zeitstrafen:

4:6 Minuten (Sigle, Villgrattner – Ludwig/dreimal).

Disqualifikation:

Ludwig (39./dritte Hinausstellung).