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Sven Schreiber, SG Leutershausen

Das war ein grandioser Handballabend!



Handball-Wahnsinn in Leutershausen – SGL gewinnt Krimi!

Die SG Leutershausen schlägt den Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen II in der 3. Liga Staffel F nach Abpfiff mit 31:30.

Die Vorzeichen für das Spiel waren klar: Die Junglöwen standen verlustpunktfrei ganz oben in der Tabelle, haben in der Woche zuvor den Zweiten aus Dansenberg deutlich besiegt. Die SGL hingegen musste nach vier Spielen ohne Niederlage einen Dämpfer gegen Zweibrücken einstecken. Dennoch sagte Trainer Marc Nagel vor der Partie: “Wir spielen in unserer Halle. Da haben wir den Anspruch, Favorit zu sein.”

Der Beginn der Partie sah anders aus. Die Junglöwen kamen gut ins Spiel und vor allem Maximilian Trost machte der SGL das Leben schwer. Immer wieder traf der Rückraumspieler und sorgte zwischenzeitlich für eine Vier-Tore-Führung der Gäste. Bei 8:12 drehte sich das Spiel zum ersten Mal. Die SGL holte auf – und ging 43 Sekunden vor Ende der ersten Hälfte sogar mit 14:13 in Führung. Der Nachwuchs des Bundesligisten konnte zur Halbzeit jedoch nochmal ausgleichen. “Wir haben uns wieder reingekämpft in die Partie. Man muss aber sagen, dass die Qualität der Junglöwen unfassbar ist”, erklärte Gianluca Pauli nach dem Spiel.

Was nach dem Seitenwechsel noch passieren sollte, konnte in der Kabine wohl keiner ahnen. Zunächst hatten die Junglöwen erneut den besseren Start und stellten schnell wieder den Abstand von vier Toren her. Angepeitscht von mehr als 700 lauten Fans und mit einer starken Torwartleistung von Alexander Hübe, holten die Roten Teufel von der Bergstraße auch diesen Rückstand auf. K

napp neun Minuten vor dem Ende erzielte Pauli per Siebenmeter die Führung, die nun auch nicht mehr zu den Junglöwen wechseln sollte. Die SGL schaffte es jedoch auch nicht, sich abzusetzen, so dass es spannend bis zur Schlusssirene blieb. Die Zuschauer standen und tobten, keinen hielt es mehr auf den Sitzen. In der letzten Minute dann die Ernüchterung: Maximilian Rolka muss auf die Bank, Lion Zacharias verwandelt den fälligen Siebenmeter zwölf Sekunden vor Schluss.

Dennoch: Ballbesitz SGL. Marc Nagel nimmt eine Auszeit, die Uhr läuft weiter. Die Unparteiischen entschieden auf insgesamt sechs verbleibende Sekunden. Lars Röller bekommt den Ball, fällt und trifft – Tor! Aber die Schiedsrichter pfeifen ab und die Sirene ertönt. Heißt: Freiwurf SGL.

Die Junglöwen, allesamt große Spieler, stellen die Mauer. Es steht 30:30. Sven Schreiber nimmt den Ball, er kippt nach links und wirft flach an der Mauer vorbei – Tooooor!  “Ich habe gesehen, dass die Abwehr sehr weit rechts stand. Drüber werfen war keine Option. Ich habe dann gedacht, dass ich abknicke und ihn lang in die Ecke ziehe. Das hat zum Glück geklappt”, beschreibt Siegtorschütze Schreiber die Situation.

Was dann folgt, ist pure Ekstase in Leutershausen auf der einen Seite, Fassungslosigkeit auf der anderen. “Es war klar, dass es ein enges Spiel wird, in dem wir alles geben müssen. Am Ende haben wir gewonnen, wenn auch etwas glücklich mit dem Freiwurf, aber das ist für mich ok”, so Schreiber.

Auf diesen Sieg kann die SGL aufbauen und muss nach einer spielfreien Woche nach Heilbronn-Horkheim, bevor es in eigener Halle zum Derby gegen Oftersheim-Schwetzingen kommt. So weit wollte an diesem Freitag aber keiner mehr denken, da dieser Handballabend wohl allen Anwesenden lange in Erinnerung bleiben wird.

Torschützen der SG Leutershausen: Pauli 9/4, Rolka 6, Bauer 4, Schreiber 3, Ulrich 3, Leibnitz 2, Schmitt 2, Ruß 1, Röller 1

Sven Schreiber, SG Leutershausen
Foto: Steffen Hoffmann

Sven Schreiber trifft in letzter Sekunde des Spiels zum Sieg.