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Ole Andersen TV Willstätt

Ein Portugiese zerlegt den TV Willstätt 21:27 (6:11)



André Filipe Saraiva Alves war nicht nur wegen 13 Toren auffällig, er strahlte das alles aus, was den Willstätter Spielern an diesem Tag fehlte.

Doch die Auszeichnung „Man of the Match“ erhielt Günzburgs Torhüter Patrick Rösch mit tatkräftiger Unterstützung des TV Willstätt. Dabei hatten die Hausherren noch Glück, dass auch Günzburg zunächst den Focus auf eine verstärkte Abwehrarbeit legte. Das es aber nach 8 Minuten nur 2:2 stand lag nicht an der Starken Günzburger Abwehr, sondern an Marius Oßwald, der seine ersten drei Torchancen vergab. Der unbedingte Wille zum Sieg sah man bereits zu diesem Zeitpunkt in den Augen der Gäste.

Mit weiteren individuellen Fehlern baute Willstätt den Gegner nach und nach auf. So nahmen die Gäste den Elan ihrer guten Abwehr mit in deren meist lange vorgetragenen Angriffe. Dies diente meist dazu, ihre starken Einzelspieler in Position zu bringen, damit diese in direkte Zweikämpfen gehen konnten. Allen voran der 175 cm große Alves, der von Günzburg als Transferhammer bezeichnet wurde und seinem Ruf gerecht wurde. Er nahm sich die Freiheiten, die ihm die Willstätter anboten und war fast auf allen Positionen erfolgreich.

Nach 12 Minuten führten die Gäste mit 5:2. Krüger hatte zuvor nur den Pfosten getroffen und Fraggis stand beim seinem Wurfversuch auf dem Kreis. Auch in den nächsten Minuten erspielte sich der TV Willstätt gute Chancen, auf Betriebstemperatur kamen die Willstätter jedoch nie im Spiel. Die Hanauerlandhalle blieb kalt. Nach dem Alexander Velz einen Siebenmeter herausgeholt hatte, diesen aber selbst nicht verwertete, nahm er für lange Zeit Platz auf der Auswechselbank. Das Drama für die Einheimischen nahm seinen Lauf. In den verbleibenden Minuten der ersten Halbzeit traf lediglich Felix Krüger (19. Minute) und Yannick Ludwig (28.) für Willstätt. Das 6:11 zur Halbzeit sorgte für rege Diskussionen unter den knapp 650 Zuschauern.

Mit Christopher Räpple auf Halblinks startete Willstätt in die zweite Spielhälfte. Bis zum 10:13 schien die Rechnung von TVW-Trainer Ole Andersen aufzugehen. Was folgte führte in der Folge dazu, dass sich Andersen im Pressegespräch für die Vorstellung seiner Mannschaft bei den Zuschauern entschuldigte: „Ich stehe wieder hier und kann nichts anderes sagen“, war von ihm zu hören.

Das die Abwehr nicht das eigentliche Problem beim TV Willstätt war resultierte aus nur 13 Gegentoren in 34 Minuten. Der berühmte Wurm war im Angriff drin, frass sich dann aber auch in die Willstätter Defensive durch. Günzburg konnte die Führung „spielerisch“ auf 22:14 ausbauen, während Willstätt jegliche Körpersprache vermissen ließ. Zu diesem Zeitpunkt hatte Alves schon 10 Tore erzielt, sein Blick war noch immer fokussiert und jedes seiner Tore wurde von ihm und der Bank ausgiebig gefeiert.  

Das Willstätter Timeout nach 45 Minuten nahm auch der Willstätter Edelfan „Fritz“ zum Anlass die Halle mit den Worten zu verlassen: „Das muss ich mir nicht mehr antun“. Dafür kam jedoch wieder Alexander Velz auf das Spielfeld, der aber in der letzten Viertelstunde nicht mehr viel bewegen konnte. Das eigene Selbstbewusstsein hatten die Wilstätter Spieler schon vorher an die Gäste weitergegeben.

Willstätt hatte zwar am Ende die zweite Halbzeit nur mit 15:16 verloren, doch das Gesamtpaket überzeugte überhaupt nicht. Trotzdem, Willstätt bleibt auch nach der vierten Heimniederlage auf dem 7. Tabellenplatz.

Direkt nach dem Spiel startete der Willstätter Trainer in Richtung Dänemark. Eine lange Fahrt in die Heimat mit wahrscheinlich vielen Gedanken im Kopf von Ole Andersen.

Am kommenden Wochenende pausiert der TV Willstätt muss aber am 13.11.2021 beim aktuellen Tabellenfünften SV Salamander Kornwestheim antreten.

TV Willstätt 1908 – VfL Günzburg 21:27 (6:11)

TV Willstätt 1908: Leon Sieck, Maxime Duchêne, Philipp Kunde (1), Yannick Ludwig (7), Christopher Räpple (1), Dinko Dodig (1), Lennart Sieck, Ioannis Fraggis (1), Régis Matzinger, Felix Krüger (3), Alexander Velz (5/2), Marius Oßwald, Lukas Veith, Daniel Schliedermann (1), Jan-Philipp Valda (1), Ben Veith, Frederik Beker, Ole Andersen, Frank Klomfass, Alexander Pfeiffer; Trainer: Ole Andersen

VfL Günzburg: Patrick Bieber, Patrick Rösch, Sascha Langhans, Michael Jahn (2), Stephan Jahn (3), Balázs Tóth (2), Jakob Hermann (2), Yannick Meyer, Nicolai Jensen, Oliver Köppel, Daniel Jäger (3), André Filipe Saraiva Alves (13/5), Manuel Riemschneider (2), Sandro Jooß, Gabor Czako, Andreas Theimer, Sergi Alá I Sánchez; Trainer: Gabor Czako

Schiedsrichter: Tobias Biehler, Fabian Dietz

Zuschauer: 645

Gelb: Daniel Schliedermann (3.) / Jakob Hermann (5.), Michael Jahn (3.), André Filipe Saraiva Alves (2.)

Rot (3 Zeitstrafen): – / Yannick Meyer

Strafminuten: 6:8

2 Minuten: Yannick Ludwig, Yannick Ludwig, Régis Matzinger / Jakob Hermann, Yannick Meyer, Yannick Meyer, Daniel Jäger

Vergebene Siebenmeter: Alexander Velz / André Filipe Saraiva Alves, André Filipe Saraiva Alves