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v.li. Marthe Hatloy Walde (Bergen), Stine Jorgensen (Bietigheim)

Elternzeit und Handball



Seit dem letzten Sommer steht die 31-jähjrige Sportlerin wieder auf dem Spielfeld.

Stine Jørgensen feierte nach der Geburt ihrer Zwillinge im Mai ein erfolgreiches Comeback bei der SG BBM Bietigheim und war zuletzt sogar Topscorerin ihres Teams beim 39:18-Heimsieg in der European League gegen Tertnes Bergen. Im Interview spricht sie unter anderem über den neuen Alltag mit ihren Kindern und ihre Rückkehr auf das Handballparkett.

Stine Jørgensen wechselte 2019 aus Dänemark ans Ellental. Die langjährige Kapitänin der dänischen Nationalmannschaft wurde im Mai 2021 Mutter von Zwillingen. Seit Sommer steht die 31-Jährige wieder für die SG BBM Bietigheim auf der Platte.

Stine, wie war es nach langer Pause wieder auf der Platte zu stehen?

Stine Jørgensen: Es war unglaublich schön, wieder Handball spielen zu können. Während meiner Schwangerschaft habe ich vor allem die Spiele vor den Zuschauern und die Siege mit meinem Team vermisst.

Was hat sich in Deinem Sportlerleben seit der Geburt Deiner Zwillinge verändert?

Die Zwillinge haben den gesamten Tagesablauf verändert (lacht). Da die beiden nun entscheiden, wann wir zum Beispiel essen und schlafen. Die größte Veränderung ist für mich, dass es jemand wichtigeres in meinem Leben für mich gibt, als mich selbst. Das ist etwas verrückt und unheimlich, aber gleichzeitig wunderschön (lacht).

Wie bewältigst Du den Alltag als Mutter und Spielerin der SG BBM Bietigheim?

Ich glaube, alleine kann man das gar nicht bewältigen. Es ist manchmal schon etwas schwer, das alles unter einen Hut zu bekommen. Aber ich habe einen großartigen Mann, der sich während den Spielen und Trainings um die Zwillinge kümmert. Gemeinsam mit meiner Mutter, die uns aus Dänemark immer wieder besuchen kommt, meistern wir den Alltag sehr gut.

Welche persönlichen Erwartungen und Ziele hast Du an die laufende Saison?

Ich denke, wir haben eine große Qualität im Kader, um in dieser Saison Großes zu erreichen. Wir wollen am Ende der Saison Deutscher Meister und DHB-Pokalsieger werden und in der European League sehr weit kommen. Für mich persönlich geht es darum, jeden Tag etwas näher an meine Form von vor der Schwangerschaft zu kommen. Damit ich dem Team noch mehr helfen kann, Spiele zu gewinnen.

Gibt es außerhalb des Handballs eine Sportart, welche Du gerne machst oder verfolgst?

Ich schaue sehr viel Badminton. Grund dafür ist natürlich die Karriere meines Mannes Jan als Badmintonspieler (ehemalige Nummer 2 der Weltrangliste – Anm. d. Red.). Auch nach seiner Karriere sehen wir noch viel von diesem Sport, da er jetzt immer wieder mit anderen Spieler zusammenarbeitet.

Wie bereites Du Dich auf Spiele vor? Was darf für Dich an einem Matchday nie fehlen?

Das hat sich seit der Geburt meiner Zwillinge komplett geändert, da ich nun einen anderen Tagesablauf habe. Wichtig ist zum einen genügend Schlaf zu bekommen. Am Spieltag selbst darf das richtige Essen nie fehlen.

Seit über einem Jahr bist Du bei der SG BBM Bietigheim, was ist im Vergleich zu Deiner Heimat in Dänemark der größte Unterschied?

Der größte Unterschied sind die langen Reisetage in Deutschland. Hier reist das Team zum einen viel öfter zu Auswärtsspielen. Zum anderen sind die Distanzen im Vergleich zu den Auswärtsspielen in Dänemark viel länger.

In einem Monat startet die Weltmeisterschaft in Spanien. Bedauerst Du es, nicht mehr Teil der Nationalmannschaft zu sein?

Die Nationalmannschaft war immer ein großer Teil meines Lebens. Ich habe es geliebt, für mein Land zu spielen. Wenn ich zurückschaue, werde ich immer sehr stolz und glücklich über diese Zeit sein. Das Kapitel ist für mich geschlossen, da es einfach zeitlich unmöglich ist, mit meinen kleinen Kindern.

Wer ist bei der kommenden Weltmeisterschaft Dein Titelfavorit?

Für mich sind es Norwegen und Frankreich. Beide Nationen haben ein starkes Team und werden auf Grund ihrer Breite im Kader sehr weit kommen.