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Frisch Auf Frauen beenden Durststrecke



TuS Metzingen nun Zweiter

Vier Partien hielt das Wochenende in der Handball Bundesliga Frauen bereit, zudem spielten Borussia Dortmund und die SG BBM Bietigheim international. Während die Borussinnen gewannen, musste sich Bietigheim geschlagen geben. In der KO-Runde warten nun hohe Hürden. In der Liga konnte Metzingen den zweiten Platz erobern, im Abstiegskampf holte hingegen Frisch Auf Göppingen Big Points.

TuS Metzingen – Buxtehuder SV 33:31 (14:16)

Der Buxtehuder SV kassierte im Auswärtsspiel gegen die TuS Metzingen eine bittere Niederlage. Nach einer leidenschaftlichen und kämpferischen Leistung musste sich der BSV mit 31:33 geschlagen geben.

 „Wir sind im Team gut aufgetreten und es ist uns gelungen, mit einer guten Leistung nach Hause zu fahren. „In der ersten Halbzeit hatten wir nicht das Glück, da hätte auch der Gegner noch ein, zwei Zeitstrafen bekommen können. In der zweiten Halbzeit hat Metzingen mit dem Tempospiel den Druck erhöht, so dass uns der Angriff-Abwehrwechsel nicht gelungen ist“, so Leun und fügte an: „Am Ende haben dann die Kräfte gefehlt. Dadurch haben wir den ein oder anderen Fehler gemacht und in der Effizienz nachgelassen.“

„Wir sind nicht richtig in unseren Rhythmus gekommen und Buxtehude hat eine ganz starke Leistung gezeigt. Unsere ersten 15 Minuten waren gut, danach haben wir aber vor allem in der Abwehr etwas den Faden verloren“, bilanzierte Metzingens Trainerin Edina Rott und ergänzte: „Den Rückstand nach der Halbzeit haben wir gut weggesteckt. In der Schlussphase stand die Defensive etwas besser und vorne haben wir, besonders aber Katarina Pandza, die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir sind glücklich über die zwei Punkte.“

Kurpfalz Bären – Neckarsulmer Sport-Union 24:33 (13:12)

Die Neckarsulmer Sport-Union konnte ihre Erfolgsserie auf fünf Siege ausbauen. Bei den Kurpfalz Bären hatten die Schwäbinnen über weite Strecken große Mühe und konnten sich erst zum Ende hin lösen. So war dann auch Torhüterin Sarah Wachter mit vier Treffern ins verwaiste Tor der Kurpfalz Bären mehrfache Torjägerin ihres Teams, am Ende konnte aber auch Carmen Moser (8/2) an alter Wirkungsstätte glänzen.

„Die Kurpfalz Bären haben ein gutes Spiel abgeliefert und wir haben uns heute wirklich schwer getan. Allerdings muss ich sagen, dass man mit unserer Einstellung zu Beginn der Partie nicht spielen darf. Natürlich zeigt es unsere Qualität in der Mannschaft, dass wir innerhalb der letzten zehn Minuten das Spiel auf zehn Tore Unterschied stellen. Solche Leistungen dürfen wir uns in der Bundesliga dennoch normalerweise nicht erlauben. Wir haben am Ende deutlich gewonnen, sind glücklich über zwei Punkte und bereiten uns nun ab Montag auf das Spiel in Blomberg vor“, erklärte NSU-Trainerin Tanja Logvin nach Spielende.

„Ich bin über weite Strecken sehr zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft. Leider haben wir nach der Pause nicht mehr in die Partie gefunden“, meinte Bären-Trainer Adrian Fuladdjusch bei der Pressekonferenz. Auch einen Ausblick auf das nächste Spiel wagte er: „Wenn wir die 1. Halbzeit heute und die 1. Halbzeit gegen Blomberg zusammennehmen, gewinnen wir das kommende Spiel gegen Halle. Wir freuen uns drauf, denn wir haben noch was gut zu machen.“

HSG Bensheim/Auerbach – VfL Oldenburg 23:25 (11:12)

Eigentlich wollten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nach drei Siegen in Folge mit einem weiteren Erfolg über den VFL Oldenburg den Rückrundenstart in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) perfekt machen.

Doch es kam anders. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm musste sich nach einer enttäuschenden Leistung verdient mit 23:25 (11:12) geschlagen geben.

„Ich glaube, dass wir beim 8:3 gedacht haben, das machen wir schon. Auf einmal haben wir aufgehört Handball zu spielen. Am Ende des Tages stehen wir mit leeren Händen da. Heute müssen wir sagen, verdient. Wir haben viele Dinge vermissen lassen, wir haben vielleicht auch Oldenburg ein bisschen unterschätzt, aber so dürfen wir einfach nicht auftreten, denn wir haben so viele technische Fehler gemacht, so viele Fehlwürfe, weil wir nicht konsequent genug waren“, resümierte eine enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

„Wir sind am Anfang nicht gut hereingekommen und sind nicht griffig genug in der Abwehr gewesen, was eigentlich schon die ganze Saison über unser Prunkstück gewesen ist. Das haben wir in diesem Spiel leider erst ab der zwölften, dreizehnten Minute geschafft“, so Oldenburgs Trainer Niels Bötel und betonte: „Ich glaube wir wissen alle, dass das Spiel heute kein Leckerbissen, sondern taktisch geprägt war. Wir haben das Spiel bewusst langsamer gemacht und hier unsere Chance gesucht.“

SV Union Halle-Neustadt – Frisch Auf Göppingen 24:27 (14:14)

Nach vier Monaten ohne Sieg ließen die Frisch Auf Frauen ihren Emotionen freien Lauf und schrien ihre Freude über das 27:24 (14:14) beim SV Union Halle-Neustadt in die leere Erdgas-Sportarena. „Das war eine absolute Teamleistung“, lobte die sechsfache Torschützin Romy Morf. „Egal ob auf dem Feld oder auf der Bank, jede war voll dabei.“

„Alle 15 haben dazu beigetragen. Es war klar, dass wir dieses erste Endspiel nur gewinnen können, wenn alle mitziehen. Jetzt haben wir drei Spiele binnen weniger Tage gegen Metzingen, Mainz und in Dortmund und müssen unsere Kräfte gut verteilen. Der Fokus liegt ganz klar auf der Partie gegen Mainz, aber auch das Derby wollen wir nicht freiwillig verlieren“, so Göppingens Trainer Nico Kiener, dessen Team in Schlagdistanz zum Relegationsplatz gekommen ist, den aktuell die HL Buchholz 08-Rosengarten belegt. Die Handball-Luchse waren aufgrund des Verdachts einer Corona-Infektion, der sich allerdings nicht bestätigte, nicht im Einsatz und sagten das Spiel gegen Bad Wildungen kurzfristig ab.

Angespannt hingegen ist die Lage beim SV Union Halle-Neustadt, der nach der Partie weiterhin zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz besitzt.

„Ich habe heute bei Göppingen gesehen, die wollten gewinnen. Das habe ich bei uns in der zweiten Halbzeit vermisst, diesen Einsatzwillen“, so Halle-Neustadts Vereinspräsident Bodo Merheim gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung und betonte: „So kann es nicht weitergehen.“

EHF Champions League und EHF European League

International hatte die Europäische Handballföderation unter der Woche die Partien gewertet, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht ausgespielt werden konnten. Zudem spielen alle Vereine der Gruppenphase nun das Achtelfinale. Die SG BBM Bietigheim trifft auf den Titelfavoriten Györi Audi ETO, Borussia Dortmund wird sich mit Frankreichs Topteam HB Metz um DHB-Torhüterin Dinah Eckerle auseinandersetzen müssen.

„Anhand des Endergebnisses sieht man, was gut und was schlecht war. Im Offensivspiel wurden viele Dinge richtig gemacht. Defensiv haben wir von Beginn an den Däninnen zu viele Räume gelassen und waren nicht konsequent im Eins gegen Eins“, so Bietigheims Cheftrainer Markus Gaugisch nach der abschließenden 29:37-Niederlage beim dänischen Meister Team Esbjerg.

Das 32:24 (17:12) über Odense Haandbold reichte Borussia Dortmund nicht, um noch einen Platz nach oben zu klettern, denn Brest Bretagne reiste nicht nach Rumänien und schenkte dem SCM Ramnicu Valcea die letzten beiden Zähler der Gruppenphase. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht – offensiv wie defensiv“, bilanzierte BVB-Chefcoach André Fuhr gegenüber den Ruhrnachrichten und betonte: „Die Punkte sind vielleicht nicht ganz so wichtig, aber für unser Selbstbewusstsein und um zu zeigen, dass wir uns auf unserem Weg weiterentwickeln, war es wichtig.“

Der Thüringer HC hat in der European League einen Rückschlag erlitten, ohne auf dem Spielfeld gestanden zu haben, denn die Partie bei Astrakhanochka Astrachan konnte aufgrund von Quarantäne-Bedingungen nicht gespielt werden und wurde gegen den Bundesligavertreter gewertet.

„Wir können nicht nach Russland reisen, daran ist keiner schuld. Ich weiß, dass die EHF Probleme hat, Termine zu finden, von daher akzeptiere ich das voll und ganz. Man muss diese internationalen Wettbewerbe aber hinterfragen“, sagte THC-Trainer Herbert Müller nach dem 38:18-Sieg in der Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 unter der Woche. Am kommenden Wochenende reist der THC zu zwei Duellen gegen Spitzenreiter CS Minaur Baia Mare nach Rumänien.