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David Flaig, Handball Union Freiburg

Handball Union rehabilitiert sich vor eigenem Publikum



Vergangenen Samstagabend stand für die Handball Union Freiburg das erste richtig schwere Heimspiel an.

Die Spitzenmannschaft des TV Herbolzheim kam zu Gast in die Wentzinger Halle am Freiburger Seepark. Nach perfektem Saisonstart mit fünf Siegen zum Auftakt hatten die Jungs der HU in den letzten zwei Spielen, beide auswärts, jeweils den Kürzeren gezogen. Auf eine mehr oder weniger einkalkulierte Niederlage in Altenheim folge letzte Woche doch etwas überraschend und enttäuschend eine deutliche Niederlage beim TV Ehingen, wodurch sich das junge Team um David Flaig vor dem schwierigen Spiel gegen Herbolzheim überflüssigerweise selbst ziemlich unter Druck gesetzt hatte.

Angesichts der schweren Aufgaben in den kommenden Wochen war damit ein Heimsieg mehr oder weniger Pflicht, um den vierten Platz als ausgegebenes Saisonziel nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Mit dem TV Herbolzheim kam allerdings eine enorm schlagkräftige Truppe zu Gast nach Freiburg, die ihrerseits erst eine Saisonniederlage (ebenfalls gegen Altenheim) hinnehmen mussten. Unabhängig von der durch die Tabellensituation gegebenen Spannung waren die letzten Duelle der HU mit Herbolzheim immer packende Partien mit ganz knappen Endergebnissen gewesen. Die Zuschauer konnten sich also auf beste Unterhaltung zur Prime-Time um 20 Uhr einstellen.

Wehrmutstropfen auf Seiten der HU war die leider nach wie vor angespannte Personalsituation. Zwar stießen die letzten Wochen einige Verletzte wieder zurück zum Team (Jan Disch, Pit Weber, Ruben Wohlfahrt, Christoph Muy), doch genauso schnell fielen neben den Langzeitverletzten leider auch andere Leistungsträger wie beispielsweise Rückraumshooter Felix Bühler und unser Linksaußen Philipp Böhringer (beide Schulter) aus. Dennoch war wie oben angedeutet die Marschrichtung für das Spiel klar, es musste ein Heimsieg her.

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Der Start in die Partie war dann der Ausgangslage des Duells angemessen. Beiden Mannschaften merkte man die Anspannung an und so waren beiden in den ersten fünf Minuten vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen (4:4; 5.Min). Danach kamen die Hausherren besser ins Spiel. Besonders in der Abwehr wurde man mutiger und konnte den ein oder anderen Ball gewinnen und sich so nach gut zehn gespielten Minuten das erste Mal ein wenig auf drei Tore absetzen (9:6; 11.).

Gästetrainer Mirko Reith, der im Vorfeld der Partie mit den Worten „Kommt der HU-Zug einmal ins Rollen ist er nur schwer zu stoppen.“ vor dem Tempospiel der Freiburger gewarnt hatte, ließ seinen Worten Taten folgen und versuchte genau das mit einer frühen Auszeit. Damit schien er genau das Richtige getan zu haben, denn nun folgte ein enormer Bruch im Spiel und die Gäste aus der nördlichen Freiburger Nachbarschaft bekamen immer mehr die Oberhand. Das Umschaltspiel der Union schien in der Auszeit auch gezielt adressiert worden zu sein.

Denn genau das unterbanden die Herbolzheimer nun konsequent. Im aufgebauten Angriff präsentierten sich die Schützlinge von David Flaig dann leider wie so oft recht ideenlos, wohingegen auf der anderen Seite die beiden Rückraumshooter Oliver Bührer und Marius Schmieder nicht in den Griff zu bekommen waren und nach Belieben trafen. Flaig reagierte, nachdem man in Rückstand (10:11; 17.) geraten war ebenfalls und nahm eine Auszeit. Diese blieb allerdings mehr oder weniger ohne Wirkung und so legten die Gäste seit ihrer eigenen Auszeit einen 10:2 Lauf hin und die Union war folgerichtig zum Ende des ersten Durchgangs deutlich im Hintertreffen (11:16; 24.). Die verbliebenen fünf Minuten konnte man dann wenigstens wieder ausgeglichen gestalten und so ging es beim Stand von 13:18 in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bauten die Gäste ihren Vorsprung kurzzeitig auf sechs Tore aus. Doch man merkte schnell, dass die Hausherren nicht gewillt waren sich kampflos den Herbolzheimern auszuliefern und stand vor allem in der Defensive nun deutlich besser.

Der Rückraum der Gäste wurde konsequenter gestört, was vor allem durch eine kollektive Mannschaftsleistung ermöglicht wurde. Die hoch stehenden Außen griffen früh ins Spiel ein und störten den Aufbau im Rückraum des TVH, was sich einerseits in schlechteren Wurfsituationen und damit weniger Rückraumgegentoren und andererseits in mehr Ballgewinnen niederschlug. So konnte man schnell über ein 17:20 (36.) erst auf drei und dann mit dem 19:21 (39.) auf zwei Tore verkürzen. Folgerichtig griff Gästetrainer Reith erneut zur grünen Karte.

Doch im Unterschied zum ersten Durchgang ließen sich die Freiburger diesmal nicht von der Auszeit aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil, den Herbolzheimern schien jetzt ein wenig unsicherer zu werden. Denn neben der deutlich verbesserten Leistung der Union fingen nun auch sie an, Fehler im Angriff zu machen. Die schnellen Außen der Union wussten dies zu nutzen und so markierten Jan Disch und Moritz Schmidberger die beiden Treffer zum zwischenzeitlichen 23:23 Ausgleich.

Das Spiel war mittlerweile wieder ein schneller Schlagabtausch mit völlig offenem Ausgang. Nachdem die Gäste sich erneut auf zwei Treffer absetzen konnten, reagierte Flaig umgehend und nahm eine Auszeit (24:26; 47.), die direkt Wirkung zeigte und zum erneuten Ausgleich führte (26:26; 51.). Kurz darauf nahm er dann etwas überraschend und vergleichsweise früh seine dritte Auszeit (26:27; 53.), doch der Erfolg gab ihm rückblickend recht. In der 57. Minute gingen die Gastgeber dann das erste Mal wieder seit der 14. Minute in Führung (29:28). Doch die Gäste blieben dran und glichen postwendend aus. So auch erneut zum 30:30 vierzig Sekunden vor Schluss. Als schon alles nach einem Unentschieden aussah, fasste sich Nino Matosic in der wortwörtlich letzten Sekunde ein Herz und zog aus dem Stand ab, der Ball schlug im langen unteren Eck ein und so stand am Ende ein sicherlich glücklicher 31:30 Erfolg für die Handballunion zu Buche.

Ein Unentschieden wäre angesichts des Spielverlaufs leistungsgerecht gewesen, doch man muss auch die enorme Mentalität und Aufholjagd der jungen Unioner Mannschaft würdigen. Auch Jan Disch stach an diesem Abend besonders hervor. Er blieb bei allen Strafwürfen, davon zwei in den letzten fünf Minuten der Partie, eiskalt und hatte somit auch entscheidenden Anteil am knappen Erfolg. Zusammenfassend waren es enorm wichtige zwei Punkte. Möglichkeit zur Revanche bietet sich den Herbolzheimern allerdings unmittelbar.

Es geht für die Union direkt eine Woche später zu gleicher Uhrzeit in die Breisgauhalle zum Rückspiel. Angesichts des Heimerfolges steht man allerdings nicht unmittelbar unter Zugzwang und kann schauen, ob es dort etwas zu holen gibt, ehe die Woche darauf dann das Spitzenteam aus Altenheim in Freiburg gastiert.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz ausdrücklich bei den Zuschauern! Die lautstarke Unterstützung von den Rängen war sicherlich ein wichtiger Faktor bei der Aufholjagd! Wir hoffen, dass nächste Woche annähernd gleich viele von Ihnen den Weg nach Herbolzheim finden, um uns dort beim schwierigen Auswärtsspiel zu unterstützen! (Bericht: Johannes Hehn)