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HBF kompakt: Borussia Dortmund neuer Tabellenführer



Drei OLYMP Final4-Teilnehmer ermittelt

Vier Partien in der 1. Liga und das Viertelfinale im DHB-Pokal hielt das Geschehen in der Handball Bundesliga Frauen am vergangenen Wochenende bereit. Für die größte Überraschung sorgte die HL Buchholz 08-Rosengarten, die mit dem Sieg in Leverkusen den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte und ins OLYMP Final4 (15.+16. Mai 2021) einzog. Dort werden auch die HSG Blomberg-Lippe und die TuS Metzingen um den Titel kämpfen. Das letzte Ticket spielen nach einer coronabedingten Spielverlegung die SG BBM Bietigheim und die HSG Bad Wildungen am Aschermittwoch (17. Februar) aus.

DHB-Pokal

TSV Bayer 04 Leverkusen – HL Buchholz 08-Rosengarten 23:24 (11:12)

„Das Viertelfinale ist einfach nicht unsere Runde. Das dritte Mal raus in den letzten Jahren“, kommentierte Andreas Thiel, Handball-Abteilungsleiter des TSV Bayer 04 Leverkusen, leicht konsterniert die 23:24-Heimniederlage seiner Werkselfen gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten.

„Besonders in der 1. Halbzeit haben sie uns für mein Empfinden ein wenig den Schneid abgekauft, da war ich mit der Deckung nicht sehr zufrieden. Zudem haben wir im Angriff nicht so diszipliniert an unserem Matchplan festgehalten“, kommentierte Werkselfen-Trainer Martin Schwarzwald die Niederlage gegen die Handball-Luchse.

„Die Freude ist bei den Mädels riesengroß, beim Trainerteam eher gedämpft. Das sind im Mai mitten im Abstiegskampf zwei zusätzliche Partien, die an die Substanz gehen werden“, so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec.

Thüringer HC – TuS Metzingen 32:35 (14:15)

In der Bundesliga hinken die Handballerinnen des Thüringer HC ihren Ansprüchen hinterher, nun folgte auch noch das Aus im DHB-Pokal. Im Viertelfinale unterlag das Team von Trainer Herbert Müller dem Bundesliga-Rivalen TuS Metzingen am Samstagabend mit 32:35 (14:15).

Der THC lag kein einziges Mal in Führung, zeigte jedoch eine sehr couragierte Leistung und blieb lange in Schlagdistanz. Doch immer wenn sich eine Wende im Spiel anbahnte, war Marlene Zapf für die Gäste zur Stelle. Die Nationalspielerin erzielte insgesamt 15/13 Tore. Beste Werferin des Thüringer HC war Asli Iskit mit sieben Treffern. THC-Coach Herbert Müller attestierte den TusSies nach dem Spiel einen verdienten Sieg und wünschte ihnen nach dem Erfolg über seine Mannschaft den Titelgewinn.

„Wir sind sehr glücklich über den Sieg und es ist ein sehr schönes Gefühl wieder im Final4 zu stehen. In der ersten Halbzeit taten wir uns etwas schwer. Schlüssel zum Erfolg war die aggressive Abwehr in der zweiten Halbzeit“, so das Resümee bei Metzingens Trainerin Edina Rott.

HSG Blomberg-Lippe – Buxtehuder SV 27:20 (14:7)

Der Buxtehuder SV hatte im Viertelfinale mit dem Sieg über den verlustpunktfreien Tabellenführer Borussia Dortmund für die große Überraschung gesorgt, gegen die HSG Blomberg-Lippe konnte das Team von Trainer Dirk Leun aber nicht nachlegen.

„Es ist nicht schön, so auszuscheiden. Unsere Abwehr stand in der ersten Halbzeit lange in Ordnung und auch die Umstellung auf eine 5:1-Deckung war nicht schlecht“, sagte Leun, der die Angriffsleistung bemängelte. „Vorne haben wir aber schlecht geworfen. So hatten wir zur Halbzeit eine hohe Hypothek.“

Sein Gegenüber Steffen Birkner zeigte sich nach dem Spiel bestens gelaunt, hatte er doch soeben einen der größten Erfolge seiner Trainerzeit bei der HSG eingefahren. „Wir haben das heute über 60 Minuten sehr gut gemacht und haben uns aus einer starken Abwehr heraus diesen Erfolg verdient. In der Offensive haben wir nicht nur gute Lösungen gefunden, sind aber jederzeit mutig zum Tor gegangen“, lässt der HSG-Trainer das Spiel Revue passieren.

Handball Bundesliga Frauen

Borussia Dortmund – 1. FSV Mainz 05 38:23 (19:14)

Unter der Woche konnte sich Borussia Dortmund mit einem 27:21-Sieg im Nachholspiel bei Bayer Leverkusen schon an die Tabellenspitze setzen und mit dem 38:23 (19:14) über den 1. FSV Mainz 05 wahrten die Westfälinnen ihre weiße Weste.

„Die fehlende Konsequenz, die fehlende Konzentration und der fehlende Fokus auf die Aufgabe“, bemängelte Dortmunds Trainer André Fuhr gegenüber den Ruhrnachrichten im Nachgang und betonte: „Es geht hier nicht um Taktik, wir waren die völlig überlegene Mannschaft.“

Dynamites-Coach Florian Bauer war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht unzufrieden. „Unsere Marschrichtung war, die Dortmunderinnen in den ersten Minuten so zu verunsichern, dass sie sich in einer Auszeit neu einstellen müssen. Das hat nach etwa 10 Minuten dann auch funktioniert. Ansonsten haben wir auf Dauer dem Druck und dem Tempo der Dortmunderinnen nicht standhalten können.“

HSG Bad Wildungen Vipers – Neckarsulmer Sport-Union 31:35 (19:15)

Drei Siege in Folge und 6:0 Punkte sind der perfekte Abschluss der Neckarsulmer Sport-Union in der englischen Woche. Am Samstagabend war bei den HSG Bad Wildungen Vipers allerdings vor allem in der ersten Hälfte noch mächtig Sand im Getriebe. Nach einer Aufholjagd feiert die NSU aber letztlich mit dem 35:31 (15:19)-Auswärtserfolg den nächsten Sieg und festigt den fünften Tabellenplatz.

„Heute war es ein unglaublicher Arbeitssieg und wir sind sehr froh, dass wir die zwei Punkte gewonnen haben. Meine Mannschaft hat das in der zweiten Halbzeit dann gut gemacht, sich auch in der Abwehr zumindest besser präsentiert und sich diesen Sieg erkämpft“, sagte Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin nach Spielende.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit im Angriff zu viele Fehler gemacht“, so Vipers-Trainerin Tessa Bremmer, die mit Sebastian Wrzosek erstmals einen Co-Trainer an der Seite hatte. Bei den Nordhessinnen, die zum Ende des ersten Durchgangs mit fünf Toren in Folge eine 19:15-Pausenführung erspielen konnte, gab zudem die Niederländerin Miranda Schmidt-Robben erneut ihr Comeback.

HSG Bensheim/Auerbach – Frisch Auf Göppingen 30:24 (14:12)

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben mit dem Heimsieg über Frisch Auf Göppingen Rang 7 gefestigt, sind nun zwei Pluspunkte vor Leverkusen, Buxtehude sowie Oldenburg und nur noch einen Zähler hinter dem Thüringer HC. Maßgeblichen Anteil am Sieg der Flames hatte Torfrau Jessica Kockler, die eines ihrer besten Spiele im Flames-Tor machte. Mit 15 Paraden und einer Quote von 57,69% gehaltener Bälle hat sie Göppingen im Angriff buchstäblich den Wind aus den Segeln genommen.

„Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt und hätten ein besseres Ergebnis mit in die Pause nehmen können“, so Göppingens neuer Cheftrainer Nico Kiener und betont: „Was am Ende aber zählt ist, ist einerseits, was die Torhüterin bei den Flames für eine Quote hat, was natürlich auch mit den Fehlwürfen zu tun hat. Auf der anderen Seite die Zeitstrafen, da sind wir nicht clever genug und oft in Unterzahl und dann kriegen wir das nicht hin. Aber insgesamt war es heute wirklich ein Schritt nach vorne.“

„Es war heute irgendwie ein sehr zerfahrenes und hektisches Spiel von uns. Wir haben nie in dem Spiel die Ruhe gefunden, die uns auszeichnet. Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich auch kämpfen müssen, um ins Spiel herein zu kommen, denn die haben wir ein bisschen verschlafen“, so Bensheims Trainerin Heike Ahlgrimm, die auch Kocklers Leistung hervorhob und betonte: „Allein in der ersten Halbzeit blieb Göppingen 10 Minuten ohne Tor. Dann ist es natürlich einfach und auch als es dann wieder eng geworden ist, war sie in den Situationen da.“

SV Union Halle-Neustadt – VfL Oldenburg 20:22 (7:11)

Das Punktekonto ausgeglichen hat der VfL Oldenburg mit dem hauchdünnen 22:20 (11:7) beim SV Union Halle-Neustadt. Die Wildcats stecken weiter im Abstiegskampf.

„Unsere Abwehrleistung ist schon die gesamte Saison überragend. Egal wer kommt, alle Spielerinnen hauen sich rein“, freute sich Oldenburgs Trainer Niels Bötel, der aber anfügte: „Wir haben gewackelt, aber das wichtige ist, dass wir solche Spiele am Ende erfolgreich bestreiten.“

„Ich und meine Mannschaft haben uns gut auf Oldenburg eingestellt und wir haben es ihnen im Angriff auch nicht leicht gemacht. Wir sind aber wieder daran gescheitert, dass wir daraus kein Profit erzielt haben. Wir sind zu wenig in unser Tempospiel gekommen und haben den ein oder anderen technischen Fehler zu viel gemacht. Demzufolge sind wir heute wieder an unseren eigenen Fehlern gescheitert“, so Halles Trainer Jan-Henning Himborn.