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Dortmund und THC punkten international



Zwei wetterbedingte Spielabsagen

Nur vier Partien fanden am Wochenende in der Handball Bundesliga Frauen statt. Die beiden Sonntagspartien in Buxtehude und Leverkusen wurden aufgrund des Wintereinbruchs kurzfristig abgesetzt, die TuS Metzingen verpasste somit den möglichen Sprung auf Rang zwei. International feierten vor allem Borussia Dortmund und der Thüringer HC ein Erfolgserlebnis.

Kurpfalz Bären – HSG Blomberg-Lippe 23:25 (13:12)

Viel Mühe hatte die HSG Blomberg-Lippe, um sich am Ende bei den Kurpfalz Bären mit 25:23 (12:13) zu behaupten. Nach den ersten schnellen Gegentoren fing sich das Ligaschlusslicht, glich zum 5:5 aus und führte zur Pause gar mit 13:12. Mitte der zweiten Halbzeit setzte dann Blombergs Torhüterin Marie Andresen mit einer Siebenmeterparade den nötigen Impuls, mit drei Toren in Folge zum 17:19 gewannen die Lipperinnen die Kontrolle und bewahrten in den Schlussminuten nach dem erneuten Ausgleich (22:22) dann auch die Nerven.

„Wir sind ordentlich gestartet, haben dann jedoch den Faden verloren. Am Ende des Tages bin ich glücklich, dass wir die zwei Punkte aus diesem schweren Spiel mit nach Hause nehmen dürfen. Das hat heute sehr viel Nerven gekostet. Handballerisch haben wir einiges vermissen lassen, kämpferisch jedoch eine sehr gute Einstellung gezeigt“, bilanzierte HSG-Coach Steffen Birkner.

„Ein tolles Spiel meiner Mannschaft gegen den Vierten der Tabelle“, so Bären-Trainer Adrian Fuladdjusch, der ausführte: „Die Torhüter waren an vielen Bällen, die Abwehr war gallig und mutig, vorne haben wir uns an die Vorgaben gehalten, Kompliment an die Mädels. Leider ohne Punkte, aber wir bewerten es wie einen Sieg.“

Frisch Auf Göppingen – Neckarsulmer Sport-Union 20:30 (10:14)

Punktgleich mit Blomberg bleibt die Neckarsulmer Sport-Union, die im Derby bei Frisch Auf Göppingen ein klares 30:20 (14:10) erreichte. Die Gäste rissen in Halbzeit eins mit einem 5:1-Lauf die Kontrolle an sich und lösten sich dann im zweiten Spielabschnitt mit sieben Toren in Folge vorentscheidend zum 24:15.

„Wir kommen zu den Chancen, machen aber unsere Tore nicht, das war der Knackpunkt. In der zweiten Hälfte sind wir nochmals ran gekommen und mit Tempo nach vorne gegangen, scheitern dann aber an der Torhüterin, was Neckarsulm zu schnellen Gegenstößen genutzt hat“, so Göppingens Lisa Frey und auch Trainer Nico Kiener befand: „Wir haben zu viele freie Würfe vergeben. Die Dinger müssen wir einfach reinmachen.“

„Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft, dass sie die Favoritenrolle auch ohne unsere verletzten Spielerinnen angenommen und das Ziel, zwei Punkte in Göppingen, souverän erreicht hat. Nach dem Spiel in Bad Wildungen haben wir in der Abwehr deutlich stabiler gestanden und das Spiel mit unserem Tempo verdient gewonnen“, freut sich Tanja Logvin über den vierten Ligasieg in Folge.

HL Buchholz 08-Rosengarten – HSG Bensheim/Auerbach 16:29 (5:11)

Die HL Buchholz 08-Rosengarten waren in ihrem Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach chancenlos und verloren das Spiel nach schwacher Leistung deutlich mit 16:29. Die Gäste aus Südhessen festigten durch den Sieg ihren 7. Platz mit 20:12 Punkten und der Aufsteiger verblieb auf dem Relegationsplatz, da auch die Verfolger ausnahmslos keine Punkte verbuchen konnten.

„Ich bin sehr enttäuscht von der Leistung meiner Mannschaft, denn das Team hat sich nicht an die Vorgaben gehalten und sich frühzeitig in ihr Schicksal ergeben“, so ein enttäuschter Luchse-Trainer Dubravko Prelcec und Geschäftsführer Sven Dubau ergänzte: „Heike Ahlgrimm hat ihre Hausaufgaben gemacht und unsere Schwächen gnadenlos aufgedeckt.“

„Wir haben eine Viertelstunde gebraucht, um in das Spiel zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt agierten wir sehr hektisch und zerfahren. Aber wir hatten eine richtig gute Abwehr gestellt und uns dann nach 15 Minuten stabilisiert“, so Heike Ahlgrimm nach dem Spiel und ergänzte. „Wenn Du in der Abwehr gut stehst, dann kannst du viel Tempo machen und das ist uns in der zweiten Halbzeit gut gelungen.“

1. FSV Mainz 05 – HSG Bad Wildungen Vipers 22:38 (11:20)

Bis auf zwei Zähler auf Rang 8 heranrücken konnten die Bad Wildungen Vipers nachdem die Heimspiele von Leverkusen und Buxtehude ausfielen. Schon nach einer Viertelstunde hatten die Nordhessinnen die Partie beim 6:11 unter Kontrolle gebracht. Die Vipers schafften es, passende Antworten auf die 5:1-Abwehr der Dynamites zu finden, waren sehr aufmerksam und aggressiv in ihrem Verhalten, spielten vorne dynamisch mit vielen Kreuzaktionen und nutzen die einheimischen Unzulänglichkeiten zu vielen Gegenstoßtoren.

„Wir haben im Januar viele schwierige Gegner gehabt, wo wir lange mitgehalten haben, aber keine Punkte geholt haben. Heute hatten wir den absoluten Willen, wieder mal zu gewinnen. Ich konnte fleißig durchwechseln und keine Spielerin hat nachgelassen. Alle Mädels, die reinkamen, waren sofort präsent. Wir haben eine sehr aggressive Abwehr gespielt und konnten so sehr früh das Spiel der Mainzerinnen unterbinden“, resümierte Vipers-Trainerin Tessa Bremmer.

Dynamites-Coach Florian Bauer war hingegen angefressen. „Wir haben heute viel vermissen lassen – deshalb bin ich auch etwas angefressen. Die Art und Weise wie wir aufgetreten sind – so will ich uns nicht sehen. Unvorbereitete Torwürfe und lange hinterher schauen ohne rechtzeitig den Rückzug anzutreten – das müssen wir wieder besser machen“, so Bauer.

EHF Champions League und EHF European League

In der EHF Champions League kann vor allem Borussia Dortmund weiterhin auf den Einzug in die KO-Runde hoffen. Die Westfälinnen erkämpften sich mit einem 33:33 (20:17) bei Brest Bretagne zumindest einen Zähler. Drei Sekunden vor Schluss hatte der BVB sogar die Chance auf den Siegtreffer, scheiterte aber an Brests Torhüterin Sandra Toft. Mit fünf Zählern sind die Handballerinnen aus dem Ruhrgebiet nun in Schlagdistanz zu Rang 6. Den hat der SCM Ramnicu Valcea nach einem 26:25 (13:10) bei Odense nun inne.

„Wir haben in der ersten Hälfte überragenden Handball gezeigt, in der zweiten Hälfte hatten wir dann ein paar Probleme mit der französischen Kreisläuferin. Es waren nur ein paar Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben“, so Dortmunds Coach André Fuhr.

In der Parallelgruppe hat die SG BBM Bietigheim keine realistischen Chancen auf den Einzug in die nächste Runde. Gegen Metz musste man sich zuletzt mit 25:33 (12:16) geschlagen geben und hat nun bei drei ausbleibenden Spielen schon vier Punkte Rückstand auf den Siebten Krim Ljubljana und fünf Zähler auf den Sechsten Team Esbjerg. „Wir haben heute auf viele Spielerinnen verzichten müssen, aber dennoch großartig gekämpft. Dass Metz ein europäisches Topteam ist, hat es gezeigt und am Ende verdient gewonnen“, bilanzierte Bietigheims Cheftrainer Markus Gaugisch.

Der Thüringer HC musste sich gegen den norwegischen Vertreter zunächst knapp mit 30:32 (14:14) geschlagen geben und gewann dann das zweite Duell mit 41:36 (18:15). Mit jeweils zwölf Treffern avancierten Arwen Rühl und Emma Ekenman-Fernis zu den besten Werferinnen beim THC, der im dritten Spiel den ersten Sieg in der Gruppenphase feierte. Gegner Storhamar steht wie Astrachan und Baia Mare bei vier Zählern. Allerdings hat der THC noch ein Nachholspiel gegen die Rumäninnen.

„Wir hatten uns gestern schon entschieden, heute der Jugend eine Chance zu geben. Arwen Rühl war die Spielerin des Tages. Sie hat in der Anfangsphase wichtige Tore geschossen. Was das 18-jährige Mädel über 60 Minuten geleistet hat, ist schon fantastisch. Und ich will gleich Laura Kuske hervorheben, die speziell in der ersten Hälfte für uns wichtige Bälle geholt hat“, freute sich THC-Chefcoach Herbert Müller und ergänzte: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie beide Spiele absolviert wurden.“