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HBF kompakt: Erster Saisonsieg für Kurpfalz Bären



SG BBM Bietigheim punktet international

Sechs Partien gab es am Wochenende in der Handball Bundesliga Frauen, denn neben den verbleibenden Partien des 14. Spieltags haben auch die HSG Bensheim/Auerbach und der SV Union Halle-Neustadt ihre Partie vom 11. Spieltag nachgeholt. Die Kurpfalz Bären konnten den ersten Saisonsieg bejubeln, den einzig deutlichen Sieg feierte die HSG Blomberg-Lippe. International waren drei Klubs in der Champions League und der European League im Einsatz, Zählbares gab es für die SG BBM Bietigheim.

HSG Blomberg-Lippe vs HSG Bad Wildungen Vipers 36:22 (17:14)

Die HSG Blomberg-Lippe hat sich mit einem klaren 36:22 (17:14) gegen die HSG Bad Wildungen Vipers auf Rang 3 vorgearbeitet. Wie aus einem Guss spielten sich die Blombergerinnen in einen Rausch, kamen durch gute Abwehraktionen und sich häufende Fehler der Vipers oft in ihr gefürchtetes Tempospiel. „20 Minuten lang haben wir uns sehr schwergetan. Danach haben wir deutlich besser ins Spiel gefunden, standen viel kompakter und konnten so unser Tempospiel erfolgreich aufziehen“, resümierte Blombergs Trainer Steffen Birkner.

„Es haben sich während des Spieles einfach zu viele technische Fehler eingeschlichen. Uns hat am Ende der Mut gefehlt, wir sind nicht mehr in die Lücken gezogen, wodurch die Blombergerinnen in ihren bekannten Gegenstoß gegangen sind“, so Vipers-Trainerin Tessa Bremmer, die nach der Pleite gegen ihr Ex-Team erklärte: „Aus diesem Spiel können wir außer der ersten 20 Minuten nichts mitnehmen. Wir müssen es abhaken, denn wir haben nächste Woche die nächsten wichtigen Spiele.“

TuS Metzingen vs Neckarsulmer Sport-Union 24:22 (12:13)

Die TuS Metzingen hat das Schwabenderby gegen die Neckarsulmer Sport-Union nach einer wechselhaften Partie mit 24:22 (12:13) für sich entschieden. Die Gäste erwischten den besseren Start, führten in der ersten Halbzeit mit vier (7:11) und im zweiten Durchgang mit sechs (12:18) Toren. Dann sorgte Nicole Roth mit ihren Paraden für das Comeback der Ermstälerinnen, die zum 20:20 ausglichen und sich am Ende hauchdünn durchsetzten.

„Der Start war holprig, wir haben uns schwer getan unsere Chancen zu verwandeln. Trotz des Rückstandes haben wir nie den Kopf hängen lassen und uns ins Spiel gekämpft. Das zeigt auch die Qualität, die in unserem Team steckt“, betonte Metzingens Lena Degenhardt und ihre Trainerin Edina Rott bilanzierte: „Das Team hat richtig Charakter gezeigt und den Sechs-Tore-Rückstand aufgeholt. Unterm Strich zwei hart erkämpfte und wichtige Punkte.“

„Nach der deutlichen Führung und durch die starke Leistung von Sarah Wachter mit unserer Abwehr ist es eine ärgerliche Niederlage für uns. Wir waren in der zweiten Halbzeit meiner Meinung nach leider sehr schlecht im Angriff, haben nur noch drei Tore in 20 Minuten geworfen und waren ohne Konzept im Angriff. Wir spielen jetzt wieder zuhause und ich hoffe, dass wir dort nach dieser Niederlage vor allem im Angriff wieder eine andere Leistung zeigen“, ärgerte sich NSU-Trainerin Tanja Logvin nach dem Schlusspfiff, deren Team vom dritten auf den fünften Platz zurückfiel.

TSV Bayer 04 Leverkusen vs HL Buchholz 08-Rosengarten 26:24 (12:12)

Mit einem 26:24-Erfolg gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten konnten die Werkselfen vom TSV Bayer 04 Leverkusen ihre Position in der oberen Tabellenhälfte festigen. Der Aufsteiger aus der Nordheide präsentierte sich in der Leverkusener Ostermann Arena von Beginn als harter Brocken, nach der Pause (12:12) konnten die Rheinländerinnen dann allerdings bis auf sechs Tore (24:18) wegziehen.

„Leider sind wir nicht gut in die zweite Halbzeit gekommen. Die ersten zehn Minuten waren schlecht, sodass wir immer einem Rückstand hinterhergelaufen sind und viel Kraft dabei gelassen haben“, so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec, der betonte: „Die hat uns dann in den entscheidenden Momenten zum Ende hin gefehlt, als wir Chancen hatten, aber diese nicht nutzen konnten.“

„Neben der starken Zoe Sprengers, die eine absolute Bank ist, hat mich heute auch die Leistung von Jennifer Souza gefreut. Dafür, dass sie bisher nicht so viel gespielt hat in dieser Saison und über 60 Minuten durchspielen musste, bin ich sehr zufrieden“, so Elfen-Trainer Martin Schwarzwald, der ergänzt: „Wir kommen in der zweiten Hälfte gut vom Fleck weg, machen es in der Deckung bedeutend besser und sind zum ersten Mal, seitdem ich hier bin ins Tempo gekommen.“

HSG Bensheim/Auerbach vs SV Union Halle-Neustadt 23:22 (14:12)

Mit viel Mühe holte die HSG Bensheim/Auerbach beide Zähler gegen den SV Union Halle-Neustadt und rundete damit eine perfekte Woche ab. Schon am Mittwoch hatte man mit einem 32:28 (16:12) beim Thüringer HC doppelt gepunktet. Die Wildcats waren nur beim 4:4 und 5:5 einmal auf Augenhöhe, anschließend führten die Flames mit mindestens einem und mitunter mit drei Toren. Beim 19:18 (47.) durch Cecilie Woller waren die Wildcats wieder bis auf ein Tor dran, ein verworfener Siebenmeter von Helena Mikkelsen und eine weitere Parade von Jessica Kockler brachten den Flames dann aber das vorentscheidende 23:20.

„Nach so einer Energieleistung am Mittwoch beim Thüringer HC war es absolut klar, dass heute dieses Spiel rauskommt“, so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm und ergänzte: „Wir haben viele technische Fehler gemacht, Abspielfehler, Fangfehler, aber wir haben auch wahnsinnig viel verworfen und können uns dann auch bei Jessi (Kockler, Anm.) bedanken, die am Ende zwei entscheidende Dinger hält.“

„Wir haben in der entscheidenden Phase hundertprozentige nicht reingemacht und von daher können wir uns auch nicht beschweren, dass es so ausgegangen ist. Es war denkbar knapp, aber es ist schön, dass wir uns hier auf Augenhöhe begegnet sind“, so Wildcats-Trainer Jan-Henning Himborn. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. In der entscheidenden Phase machen wir halt die 100%igen nicht rein und das ist dann auschlaggebend.“

Buxtehuder SV vs VfL Oldenburg 25:24 (10:10)

Der Buxtehuder SV hat das prestigeträchtige Nord-Derby gegen den VfL Oldenburg mit 25:24 (10:10) gewonnen. Der BSV führte über weite Strecken, konnte sich aber nie vorentscheidend lösen und auch Oldenburg hatte in der Schlussphase seine Siegchancen. Meret Ossenkopp fing den Pass von Lisa-Marie Fragge ab. Bei 20 Sekunden auf der Uhr gehörte der letzte Angriff somit doch dem BSV. Annika Lott übernahm die Verantwortung und warf den Ball auf das Tor. Von Julia Renners Oberschenkel prallte der Ball unmittelbar vor der Schlusssirene ins Netz ab.

„Das eine Tor mehr hat heute für Buxtehude gereicht, um die zwei Punkte zu behalten. Wir sind gut gestartet und reingekommen. Auf beiden Seiten war die Chancenverwertung ausschlaggebend, dass es lange wenig Tore gab. Wir haben dann im Angriff was geändert. In der zweiten Halbzeit kommen wir auch gut rein, aber nachher machte Buxtehude es im Angriff besser.“, analysierte Niels Bötel, Trainer des VfL Oldenburg.

BSV-Trainer Dirk Leun befand: „Beide Mannschaften haben sich sehr schwer getan mit hoher Qualität aus dem Rückraum zu werfen beziehungsweise die Torhüterinnen haben es vereitelt. Nach diesen ersten Fehlwürfen haben wir den Mut verloren, haben zu statisch gespielt, haben uns wenige bewegt und hatten wenig Spielfluss. Was das angeht, war es ein schlechtes Spiel von uns.“

Kurpfalz Bären vs Frisch Auf Göppingen 25:23 (12:13)

Die ersten Pluspunkte heimsten die Kurpfalz Bären ein, die in eigener Halle das Kellerduell gegen Frisch Auf Göppingen mit 25:23 (12:13) für sich entscheiden konnten. Die Führung wechselte immer wieder zwischen den Teams, das 8:5 der Bären hatte ebenso wenig Bestand wie der 12:13-Pausenstand. Auch nach dem Wechsel wendete sich mehrfach das Blatt, nach dem 20:18 konnten die Hausherrinnen aber ihr knappes Polster.

„Es fällt schwer, Worte zu finden. Wir sind alle einfach nur mega enttäuscht von uns selbst und unserer Leistung. Ein Sieg wäre immens wichtig gewesen“, sagte Spielmacherin Pascale Wyder. „Bis zum 18:16 sah es ganz ok aus, aber dann hat Ketsch seine Abwehr umgestellt. Damit sind wir nicht klargekommen.“

Ketschs Coach und Geschäftsführer Adrian Fuladdjusch fühlte sich nach den 60 Minuten „wie durch den Fleischwolf“ gedreht. Trotz aller Feierlichkeiten und Freude trat er sogleich auf die Euphoriebremse: „Nächste Woche müssen wir gegen Mainz nachlegen, sonst hat der Sieg heute nichts gebracht.“

EHF Champions League und EHF European League

International wahrte die SG BBM Bietigheim ihre Chance auf den Einzug ins Achtelfinale der EHF Champions League. Gegen Krim Ljubljana verpassten die Enztälerinnen allerdings einen doppelten Punktgewinn, nach einer 14:10-Halbzeitführung musste sich die SG mit einem 22:22-Unentschieden begnügen. „Es war ein verrücktes Spiel. In der ersten Halbzeit standen wir sehr gut in der Defensive. In der zweiten Hälfte haben weiter unsere Chancen kreiert, brachten aber insgesamt ganze 15 Würfe aus aussichtsreichen Positionen nicht im gegnerischen Tor unter“, so Bietigheims Cheftrainer Markus Gaugisch, dessen Team unter der Woche zu einem klaren 37:21 gegen den 1. FSV Mainz 05 kam.

Eine gute erste Halbzeit zeigte auch Borussia Dortmund, nach dem 15:15 zur Pause sorgten allerdings zehn torlose Minuten am Ende für eine 27:31-Niederlage der Westfälinnen, die allerdings weiterhin gute Chancen auf ein Achtelfinalticket besitzen. „Das war sicherlich unser schlechtestes Spiel in der Champions League“, kommentierte Abteilungsleiter Andreas Heiermann gegenüber den Ruhrnachrichten und Trainer André Fuhr ergänzte: „Der Gegner hat jede Schwäche von uns ausgenutzt. Wir haben kaum einen Zweikampf auf den Halbpositionen gewonnen und vorne leichte Bälle weggegeben.“ In der Bundesliga hatte Dortmund zuletzt mit einem 38:21 gegen Union Halle-Neustadt seine weiße Weste gewahrt.

Der Thüringer HC startet mit einer 22:29-Niederlage (10:12) gegen Astrakhanochka Astrachan in die Gruppenphase der EHF European League. Mit einer guten Abwehrleistung konnten die Gastgeberinnen über 55 Minuten den Gästen Paroli bieten. Viele ausgelassene Chancen im Angriff des THC sicherten den Gästen den Erfolg in der Gruppe C. Beste Werferin der Thüringerinnen war Marketa Jerabkova mit sechs Toren. Für Astrakhanochka traf Karina Sabirova mit fünf Treffern am häufigsten. „Wir müssen über unseren Schatten springen und auch die einfachen Dinge machen“, forderte THC-Trainer Herbert Müller nach der Partie gegenüber dem MDR. „Machst du die einfachen Dinger, dann hast du noch mehr Sicherheit. Wenn du in der Deckung kompakt stehst, und das über weite Strecken der Partie richtig gut, dann kriegst du selber die Tempogegenstöße.“