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Tobias Gehrke, HC Oppenweiler/Backnang

HCOB-Handballer sind dem Druck gewachsen



Souveräner 38:25-Auswärtssieg bei Aufsteiger TSG Söflingen ist ein erster Schritt zurück in die Erfolgsspur

Wichtiger Sieg für die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang: Der Drittligist setzte sich bei Aufsteiger TSG Söflingen in der Ulmer Kuhberghalle mit 38:25 durch. Die Murrtaler traten souverän auf, bestimmten die Begegnung von Beginn an und warfen sich schon früh einen Vorsprung heraus. Nach vier Niederlagen in Serie war es der erste Schritt zurück in die Erfolgsspur. Ein gelungenes Comeback absolvierte Rückraumspieler Isaiah Klein.

Angesichts von zuletzt vier Niederlagen standen die HCOB-Handballer in Ulm unter erheblichem Erfolgsdruck. Die Söflinger indes, die zuletzt gute Leistungen gezeigt hatten, wollten mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die Murrtaler heranrücken. Die machten den Einheimischen aber schnell klar, dass sie damit nicht einverstanden waren. Die Gäste stellten auch ohne den verletzten Tim Düren eine aufmerksame Abwehr. Die Söflinger Angreifer kamen zu wenigen Torwürfen, und viele davon waren eine Beute von Keeper Jürgen Müller. Das Zusammenspiel funktionierte – und aus den Ballgewinnen in der Defensive resultierten einige Kontergelegenheiten. Die Murrtaler lagen schon früh vorne, Luis Villgrattner schloss einen Gegenstoß zum 7:3 ab. Ruben Sigle erzielte sehenswerte Treffer aus dem Rückraum, und Tobias Gehrke setzte sich immer wieder mit viel Entschlossenheit durch. Die Murrtaler hatten stets einen Vorsprung von vier, fünf Toren. Mit einer etwas besseren Chancenverwertung hätten es sogar mehr sein können, so ging es mit einem 16:11 für den HCOB in die Kabinen. Eine gute Ausgangslage, aber noch keine Vorentscheidung.

Nach dem Seitenwechsel führten die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang aber genau diese entschlossen herbei. Torwart Jürgen Müller kaufte den Söflinger erneut einige Würfe ab. Und im Angriff entwickelte der HCOB eine immense Durchschlagskraft. Erfreulich daran: Mit Isaiah Klein trug ein lange verletzter Spieler bei seinem Comeback maßgeblich dazu bei. Zu Beginn der zweiten Hälfte in der Startformation aufgeboten unterlief dem 20-Jährigen in seinem ersten Angriff noch ein technischer Fehler, dann aber holte er schon einen Siebenmeter heraus, und kurz darauf traf er mehrmals aus der zweiten Reihe. Weil seine Mitspieler ihr Visier auch gut eingestellt hatten, wuchs der Vorsprung nun kontinuierlich an. Der HCOB setzte die Flügelspieler gut ein, Eric Bühler und Florian Frank dankten es mit fünf beziehungsweise drei Treffern. Auch über den Kreis ging viel Torgefahr aus: Nach 38 Minuten traf Jakub Strýc zum 22:14, nur sieben Minuten später erzielte derselbe Spieler auch das 30:17. Damit waren klare Verhältnisse geschaffen.

Dass die Intensität in der Schlussphase ein wenig abnahm, war angesichts des klaren Spielstandes verständlich. Söflingens Keeper Marco Azevedo Marques hatte einige gute Szenen und verhinderte eine noch höhere Niederlage der Heimmannschaft. Die HCOB-Handballer indes konnten es verkraften, jene 13 Treffer Differenz aus der 45. Minute hatten auch am Ende Bestand. Nach vier Niederlagen in Folge war es ein befreiendes Gefühl für die Sportler und für Trainer Matthias Heineke, der sich über den guten Auftritt seines Teams auch freute, wohlwissend aber auch, dass dieser Trend nun auch in den kommenden Begegnungen fortgesetzt werden soll. Bereits am kommenden Wochenende soll aus dem ausgeglichenen Punktekonto wieder ein positives werden.

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Matthias Heineke: „Das war eine seriöse Leistung von uns. Weil uns Söflingen eine Woche vorausspielt, habe ich jedes Spiel von ihnen gesehen, und da war auffällig, wie sie den starken Mannschaften Probleme gemacht haben. Weil wir mit 0:8 Punkten gekommen sind, hatten wir viel Druck auf dem Kessel. Aber wir sind ruhig geblieben. Wir haben unsere Torwart Jürgen Müller gut in das Spiel gebracht. Durch Konter haben wir uns abgesetzt. Nach der Pause haben wir unser Spiel dann zielstrebig durchgebracht und innerhalb von zehn Minuten die Partie vollends entschieden. Der Sieg war sicher wichtig, um Selbstvertrauen zu tanken, aber er war nur ein erster Schritt.“

HCOB-Handballer Isaiah Klein: „Es war ein schönes Gefühl, wieder auf dem Spielfeld stehen zu können und mit den Jungs am Sieg zu arbeiten. Es ist fast ein Jahr her, dass ich ein Drittligaspiel machen konnte, und es hat übel Spaß gemacht. Und ich freue mich, dass wir gewonnen haben. Im Angriff war es schon ganz ordentlich, und die Aufgabe für die nächsten Wochen ist es jetzt, die Abwehrleistung auch auf ein besseres Niveau zu bringen.“

TSG-Handballer Philipp Eberhardt: „Das war unser schlechtes Heimspiel seit langem. Wir haben die Basics vermissen lassen. Unser Gegner ist mit 0:8 Punkten angereist, wir waren in den letzten Wochen nicht schlecht – dann ist enttäuschend, wenn so etwas herauskommt. So haben wir gegen einen solchen Gegner keine Chance.“

TSG-Trainer Tobias Klisch: „Wir haben in dieser Liga nur eine Chance, wenn wir dem Gegner von der Einstellung her überlegen sind, und heute waren wir unterlagen. Wir waren trotz der Pause am vergangenen Wochenende heute im Kopf nicht frei.“

Rund ums Spiel

Der HCOB musste auf Tim Düren verzichten. Der Kreisläufer und Abwehrchef ist verletzt. Wie schwerwiegend, das wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Beim HCOB hofft man auf eine baldige Rückkehr.

Nach dem Spiel gab es in der Ulmer Kuhberghalle eine Gesprächsrunde. Dabei wurde TSG-Trainer Tobias Klisch zunächst vermisst. Stattdessen sprach Handballer Philipp Eberhardt – zugleich spielender Co-Trainer – und erklärte, dass der Coach noch ein Einzelgespräch führe. Er kam dann relativ flink noch herbeigeeilt, die Neugierde bei den Zuhörern, was sich da in den Katakomben der Kuhberghalle abgespielt hatte, war aber natürlich geweckt.

Für den HCOB geht es am kommenden Samstag um 20 Uhr in der Gemeindehalle in Oppenweiler mit einem Heimspiel gegen den TV Plochingen weiter. Da ist die Ausgangslage für die Murrtaler ähnlich wie vor der Partie in Söflingen, ein Heimsieg ist das klar erklärte Ziel.

Spielverlauf: 3:6, 5:10, 11:16 – 13:21, 16:27, 20:32, 25:38.

TSG Söflingen – HC Oppenweiler/Backnang 25:38

TSG Söflingen: Sebastian Klein, Marco Azevedo Marques (Tor), Lukas Bär (2), Kevin Kraft (3), Robin Schieß, Mathias Salger (3), Moritz Bittner (1), David Schröder, Jannis Brinz (1), Leo Vesligaj (1/1), Julian Blum, Philipp Eberhardt (3), Dennis Hartmann (4/1), Moritz Düsterer, Lukas Francik (5), Jannik Seitz (2). – Trainer: Tobias Klisch.

HC Oppenweiler/Backnang: Jürgen Müller, Stefan Koppmeier (Tor), Marcel Lenz (1/1), Tobias Gehrke (5), Timm Buck (2/1), Felix Raff, Ruben Sigle (7), Luis Villgrattner (3), Kevin Wolf, Isaiah Klein (4), Jakub Strýc (4), Florian Frank (3), Philipp Maurer (1), Eric Bühler (5), Lukas Rauh (3). – Trainer: Matthias Heineke.

Schiedsrichter: Christian Staszak (Schmelz) und Stefan Walter (Karlsruhe).

Zuschauer: 250.

Siebenmeter: 2/4 : 2/4 (Vesligaj und Hartmann scheitern an Müller – Lenz scheitert an Klein, Buck scheitert an Azevedo Marques).

Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Hartmann/zweimal, Schröder, Kraft, Bär – Buck, Strýc).