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Ruben Sigle, HC Oppenweiler/Backnang

HCOB mit starkem Auftakt in die Aufstiegsrunde



Handball-Drittligist unterstreicht durch Sieg im Derby gegen Horkheim seine AmbitionenDerbysieger und Spitzenreiter!

Das war ein super Auftakt in die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga für die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang. Das Team von Trainer Matthias Heineke besiegte den TSB Horkheim im württembergischen Klassiker mit 33:30. Die Murrtaler setzten sich gleich zu Beginn deutlich ab und hielten die Unterländer fortan kontinuierlich auf Distanz. Schlüssel zum Sieg war die große mannschaftliche Ausgeglichenheit.

Bei den Murrtalern setzten immer wieder andere Akteure wertvolle Akzente. Die Horkheimer taten sich schwer, sich darauf einzustellen. Auch die Abwehr stand hervorragend. Torwart Jürgen Müller bewies seine ganze Klasse, wehrte einige freie Würfe ab. Auf der Gegenseite standen die Horkheimer zu weit von den HCOB-Angreifern weg. Die nutzten die Freiräume nach Belieben. All das mündete in einen guten Start: Schon nach sechs Minuten waren jene vier Tore Unterschied erreicht, die bis in die Schlussminute hinein den Mindestabstand zwischen beiden Teams bildeten. Wichtig auch: der nach der Verletzung von Marcel Lenz in die Stammformation berufene Florian Frank fügte sich bei seiner Rückkehr ins HCOB-Drittligateam nach fast zwei Jahren auf Anhieb gut ein. Sein Treffer zum 1:0 aus einem Gegenstoß heraus war mental fürs gesamte Team sehr wichtig. Aus dem Rückraum sorgte Evgeni Prasolov gegen seinen Ex-Verein für enorme Torgefahr, aber auch Ruben Sigle, Kevin Wolf, Timm Buck und der nach langer Verletzungspause mit deutlich aufsteigender Form agierende Felix Raff setzten sich immer wieder durch. Nach einer Viertelstunde stand es 9:3, zur Pause 18:10. Es war bis dahin eine einseitige Angelegenheit. Der HCOB souverän, Horkheim einfach nicht richtig drin.

Gästecoach Michael Schweikardt versuchte es in Durchgang zwei mit einem siebten Feldspieler. Das verlieh dem Angriffsspiel der Gäste mehr Durchschlagskraft. Der HCOB vergab außerdem einige Chancen. Nach zehn Minuten der zweiten Hälfte hatten die Gäste den Rückstand halbiert, nur noch vier statt acht Tore, 18:22. Eine brenzlige Situation für die Hausherren. Aber sie befreiten sich zielstrebig daraus. Vor allem Timm Buck erzielte in dieser Phase wichtige Treffer. Als Ruben Sigle nach einem Ballverlust der Horkheimer aus 30 Metern ins verwaiste Tor einwarf, waren es nach einer Dreiviertelstunde wieder sieben Tore Abstand – 27:20. Die Gäste bewahrten sich durch verwandelte Siebenmeter von Yannik Zerweck – allein fünf in Halbzeit zwei – ihre Erfolgsaussichten. Allerdings blieben sie doch vage, weil der HCOB immer wieder nachlegte. Der Angriff der Murrtaler fand wieder zu guter Durchschlagskraft. Tim Düren traf zweimal hintereinander vom Kreis, damit war die Partie zehn Minuten vor dem Ende beim 30:24 nahezu entschieden. Horkheim kam in den Schlussminuten nochmal heran, durch einen Treffer von Michael Seiz kurz vor der Sirene sogar auf drei Tore, aber auf die Punkteverteilung hatte das alles keine Bedeutung mehr. Unterm Strich ein starker Auftakt des HCOB – und mit Blick auf die Ambitionen hinsichtlich des Einzuges in die Zwischenrunde ohne Frage ein wichtiger Erfolg.

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Stimmen zum Spiel

Trainer Matthias Heineke: „Herzlichen Glückwunsch an meine Mannschaft. Wir haben heute ein ganz intensives Spiel gesehen. Es gab nach fünf Monaten Pause keine Anlaufzeit. In der Abwehr sind wir sofort unseren Mann gestanden, haben uns super gegenseitig geholfen und hatten eine starke Torhüterleistung dahinter. Das 18:10 war sicher der Grundstein für den Erfolg. In der zweiten Halbzeit hat uns Horkheim mit dem siebten Feldspieler vor Aufgaben gestellt. Wir hatten zwei, drei kritische Phasen zu überstehen. Wir haben es dann aber in der Abwehr wieder gestellt bekommen. Und im Angriff haben diejenigen, die ausgeruht waren, die richtigen Akzente gesetzt. Deshalb war es am Ende ein souveräner und verdienter Sieg für uns.“

Torwart Jürgen Müller: „In der ersten Halbzeit haben wir eine unglaublich intensive Abwehr gespielt. Das hat es mir auch einfach gemacht hat, die Bälle zu holen. Wir haben von Anfang an den Kampf angenommen, weil wir wussten, dass wir heute nur über den Kampf kommen können. Zur Halbzeit waren wir mit acht Toren vorne, das war die halbe Miete. In der zweiten Halbzeit hat uns ein bisschen die Intensität in der Abwehr gefehlt, wir haben aber vorne konstant unsere Sachen gespielt und deshalb verdient am Ende mit 3 Toren gewonnen.“

Rund ums Spiel

So ein Pech: Marcel Lenz hatte sich im letzten Testspiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen verletzt und wurde nicht rechtzeitig fit. So unterstützte er Livestream-Moderator Josh Kochhann als Co-Moderator. Mit Isaiah Klein, Tobias Gehrke und Philipp Schöbinger fehlten weitere Akteure, dafür kam Youngster Lukas Rauh zu seinem ersten Pflichtspiel in der ersten Mannschaft.

HCOB-Kreisläufer Jakub Strýc zog sich in der ersten Halbzeit eine Platzwunde am Hinterkopf zu. Er verließ das Feld und begab sich in die Hände von Physiotherapeut Philipp Klodt. Der zauberte einen Turban auf den Kopf des Handballers, der mit seiner blauen Farbe mächtig Eindruck hinterließ.

Tobias Gehrke laboriert noch an den Nachwirkungen eines Kreuzbandrisses. Trotzdem hatte er am Heimsieg gegen Horkheim seinen Anteil. Schließlich hatte er in der vergangenen Runde noch für den TSB gespielt. Und so nahm er auf der Trainerbank neben Coach Matthias Heineke Platz und unterstützte ihn mit wertvollen Informationen.

Spielverlauf: 4:0, 9:3, 13:7, 18:10 – 22:16, 29:23, 33:30.

HC Oppenweiler/Backnang – TSB Horkheim 33:30

HC Oppenweiler/Backnang: Jürgen Müller (1), Stefan Koppmeier (Tor), Timm Buck (8/4), Felix Raff (3), Ruben Sigle (6), Kevin Wolf (3), Evgeni Prasolov (4), Jakub Strýc, Johannes Csauth, Florian Frank (3), Philipp Maurer (3), Eric Bühler, Lukas Rauh, Tim Düren (2). – Trainer: Matthias Heineke.

TSB Horkheim: Sven Grathwohl, Yannick Hölzl (Tor), Rico Reichert (1), Daniel Grosser (1), Nick Fröhlich (1), Felix Zeiler (4), Luis Kuhnle, Oliver Hess (4), Michael Seiz (4), Pierre Freudl (1), Niklas Matusik (4), Florian Uhl, Yannick Starz (3), Janik Zerweck (7/5), Noah Matusik. – Trainer: Michael Schweikardt.

Schiedsrichterinnen: Daniela Kuschel (Ludwigshafen) und Sandra Senk (Ludwigshafen).

Zuschauer: 0.

Siebenmeter: 4/6 : 5/5 (Buck scheitert an Grathwohl und an Hölzl).

Zeitstrafen: 4:6 Minuten (Strýc, Düren – Freudl/zweimal, Zerweck).