Zum Inhalt springen Zurück zum Seitenanfang
Team, HC Oppenweiler/Backnang

In 20 Minuten auf und davon gezogen



Der HCOB siegt gegen Kornwestheim mit 35:30 und setzt sich schon vor der Pause deutlich ab.

Starker Auftritt des HC Oppenweiler/Backnang: Der Handball-Drittligist hat gegen den SV Salamander Kornwestheim mit 35:30 gewonnen. Schon in der ersten Halbzeit warfen sich die Gastgeber einen deutlichen Vorsprung heraus. Nach dem Seitenwechsel wurde es zwischendurch spannend. Doch der HCOB wahrte seine Führung mit viel Einsatz und Emotion. Am Ende stand ein wichtiger Erfolg im Kampf um einen Platz unter den ersten Sechs.

Die HCOB-Handballer haben einen starken Januar gespielt. Sie besiegten den TV 08 Willstätt, einen unmittelbaren Wettbewerber, legten beim VfL Günzburg auswärts nach – und nun entschieden sie ein weiteres Duell gegen einen direkten Tabellennachbarn für sich. 6:0 Punkte aus drei Spielen, eine starke Ausbeute, aber der Blick auf die Tabelle zeigt: auch eine notwendige Ausbeute. Im Kampf um Platz sechs und gegen Rang sieben – verbunden mit dem Gang in die Abstiegsrunde – kommt es auf jeden Zähler an, eine enorm spannende Angelegenheit.

Kornwestheim witterte vor dem Match in der Gemeindehalle die Chance, sich einen Drei-Punkte-Vorsprung auf den HCOB verschaffen zu können. Die Mannschaft von Trainer Dr. Alexander Schurr trat in den Anfangsminuten selbstbewusst und überzeugend auf. Sie fand schnell in die Partie, spielte gute Chancen heraus und nutzte sie. Lohn war eine 4:2-Führung. Die Gastgeber benötigten vorne eine kurze Anlaufzeit, in den ersten Angriffen lief es nicht rund. Dann setzte Ruben Sigle mit zwei Rückraumtoren Akzente. Von Minute zu Minute wuchs das Zutrauen der Gastgeber ins eigene Können. Die Abwehr fand immer mehr Zugriff. Torwart Jürgen Müller stand oft im Mittelpunkt des Geschehens. Er sorgte mit seinen Paraden für Begeisterungsstürme auf den Zuschauerrängen.

Der HCOB nutzte die Ballgewinne, machte immens Druck und kam oft zum Torabschluss, ehe sich die Abwehr aus Kornwestheim richtig sortiert hatte. Dabei ging Torgefahr von allen Positionen aus. Vor allem das Zusammenspiel mit Kreisläufer Jakub Strýc war ein Erfolgsgarant. Dass die Schiedsrichter überdurchschnittlich viele Zeitstrafen gegen die Hausherren verhängten, wirkte sich nicht sehr auf das Spielgeschehen aus. Die Murrtaler verteidigten auch in Unterzahl gut. Vorne kompensierten sie den fehlenden Akteur durch die Hereinnahme eines zusätzlichen Feldspielers. So zogen die Gastgeber nach und nach davon: Nach einer Viertelstunde stand es 12:7, zur Pause dann 20:13.

In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel verteidigten die Murrtaler ihren Vorsprung. Besonders sehenswert: ein fulminanter Rückraumwurf von Tobias Gehrke, der in doppelter Unterzahl exakt im Winkel einschlug und das 23:16 einbrachte. Auch beim 25:18 hatten die sieben Tore Vorsprung bestand. Dann schlich sich eine Schwächephase ein. Die Murrtaler blieben acht Minuten ohne weiteren Treffer. In dieser Phase ließen sie gute Chancen liegen, auch einen Siebenmeter. Die Gäste indes durften vor allem auf die Treffsicherheit des in der Torschützenliste führenden Felix Kazmeier bauen. Er trug maßgeblich dazu bei, dass die Mannschaft aus dem Kreis Ludwigsburg nach einer Dreiviertelstunde beim 22:25 nur noch einem kleinen Rückstand hinterherlief.

In dieser Phase übernahm Timm Buck wesentliche Verantwortung auf dem Spielfeld. Der junge Rückraumspieler verwandelte zwei Siebenmeter für seine Mannschaft und sorgte auch aus dem Spiel heraus für wichtige Treffer. Die Murrtaler verschafften sich wieder Luft, setzten sich wieder auf fünf Tore ab. Sie versprühten in dieser Phase nicht mehr den spielerischen Glanz der ersten Halbzeit, überzeugten aber durch Kampfgeist und Einsatz. Das 30:25 nach 50 Minuten gab Sicherheit. Die Murrtaler reizten in dieser Phase ihre Angriffszeiten aus, nahmen Zeit von der Uhr. Kornwestheim kam zwar nochmals auf drei Tore heran, doch die Uhr tickte gegen die Gäste. Und die Gastgeber hatten immer eine Antwort parat. HCOB-Linksaußen Marcel Lenz sorgte mit zwei Toren vom Flügel für die Entscheidung. Am Ende hieß es 35:30, die HCOB-Handballer durften sich auf einer Ehrenrunde von ihren Fans feiern lassen.

Stimmen zum Spiel

Matthias Heineke: „Wir bedanken uns heute bei den Zuschauern, wie sie maßgeblich und entscheidend dazu beigetragen haben, dass wir auf dem Spielfeld über 60 Minuten am emotionalen Limit agiert habe. In den ersten zehn Minuten hatten wir eine Anlaufzeit, dann haben wir die nächsten zwanzig Minuten wie aus einem Guss gespielt. Die zweite Halbzeit hatte nicht mehr so viele spielerische Highlights. Dafür hat Timm Buck in den entscheidenden Momenten immer wieder wichtige Tore gemacht.“

SVK-Trainer Dr. Alexander Schurr: „Wir haben das Spiel im Grunde zwischen der 12. und der 30. Minute verloren. Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber dann sind wir viel zu schnell weggekippt.“

Rund ums Spiel

Nachdem die HCOB-Handballer zuletzt durch Corona dezimiert antreten mussten, konnten sie nun (fast) auf den ganzen Kader zurückgreifen. Einzig Tim Düren fehlte, aber verletzt. Dass er trotzdem mit Feuereifer bei der Sache war, zeigt die Tatsache, dass er auf der Bank eine gelbe Karte sah. Noch besser waren die Kornwestheimer Voraussetzungen: Die Mannschaft von Trainer Dr. Alexander Schurr konnte mit dem vollständigen Kader antreten.

Satte 18 Strafminuten mussten die HCOB-Handballer verkraften. Das ist ungewöhnlich. In den vorherigen 16 Saisonspielen bekamen sie im Durchschnitt nur drei Zeitstrafen. Dabei ging es im Nachbarschaftsduell zweier Teams aus dem Bezirk Enz-Murr kampfbetont, aber nicht unfair zu. Jakub Strýc war vom Pech verfolgt. Er sah in der Schlussphase eine Rote Karte, bei der der „Kölner Keller“ die Schiedsrichter vermutlich in die „Review Area“ eingeladen hätte. Eine solcher steht den Drittliga-Referees im Handball aber nicht zur Verfügung. Wobei in diesem Kontext interessant ist: Für die Schiedsrichterbeobachtung, bei der erfahrene Ex-Schiedsrichter die Unparteiischen bewerten, bedient man sich mittlerweile in Einzelfällen auch der Spielübertragungen im Internet.

Am kommenden Wochenende finden in der Dritten Liga nur Nachholspiele statt. Der HCOB hat Pause, weiter geht es am 12. Februar beim VfL Pfullingen.

Spielverlauf: 2:4, 6:5, 10:7, 15:9, 20:13 – 25:18, 25:22, 31:27, 35:30.

HC Oppenweiler/Backnang – SV Salamander Kornwestheim 35:30 (20:13)

HC Oppenweiler/Backnang: Jürgen Müller (7/3), Stefan Koppmeier (4), Marcel Lenz (6/2), Tobias Gehrke (1), Timm Buck (6), Felix Raff, Ruben Sigle, Luis Villgrattner, Nikola Vlahovic (1), Kevin Wolf (1), Isaiah Klein, Jakub Strýc (6), Florian Frank, Philipp Maurer (1), Eric Bühler (2), Lukas Rauh, Sebastian Frank, Matthias Heineke, Tim Düren, Philipp Klodt; Trainer: Matthias Heineke

SV Salamander Kornwestheim: Niko Henke, Jan David, Tim Scholz, Jan Reusch (3), Peter Jungwirth (3), Tim Zeppmeisel, Fabian Kugel (4), Felix Kazmeier (10/4), Christopher Tinti (4), Hendrick Schoeneck, Marco Lantella (1), Lukas Lehmkühler, Jan Döll (1), Jan Hellerich, Nico Hiller (2), Marvin Flügel (2), Stephan Teske, Alexander Dr. Schurr, Frieder Hansen, Lisa Dieringer; Trainer: Dr. Alexander Schurr

Schiedsrichter: Stefan Walter, Christian Staszak

Zuschauer: 300

Gelb: Ruben Sigle (7.), Jakub Strýc (5.), Felix Raff, Tim Düren (6.) / Hendrick Schoeneck (6.), Jan Reusch (3.), Alexander Dr. Schurr (11.)

Strafminuten: 16:8

2 Minuten: Felix Raff, Ruben Sigle, Nikola Vlahovic, Nikola Vlahovic, Kevin Wolf, Jakub Strýc, Jakub Strýc, Philipp Maurer / Christopher Tinti, Hendrick Schoeneck, Marco Lantella, Marvin Flügel

Vergebene Siebenmeter: Marcel Lenz, Marcel Lenz / –