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Tim Bornhauser, HSG Konstanz

Letztes Spiel des Jahres



In der Schänzle-Sporthalle um 20:00 Uhr gegen den TSV Neuhausen/Filder.

Im letzten Spiel des Jahres empfängt die HSG Konstanz am Samstag, 20 Uhr, in der Schänzle-Hölle den TSV Neuhausen/Filder (Tickets unter www.hsgkonstanz.de/tickets , Livestream für 4,50 Euro auf www.hsgkonstanz.de/livestream ) und möchte das Halbjahr mit dem 14. Sieg im 14. Spiel perfekt machen. Es gilt die 2G+-Regel, d.h. nur wer nicht geboostert ist oder wessen Impfung/Genesung schon länger als sechs Monate zurückliegt, benötigt einen tagesaktuellen Schnelltest.

Zum Jahresabschluss vor den eigenen Fans gilt es für die HSG noch einmal Hunger und Freude an einem tollen Halbjahr zu zeigen. Die Entwicklung einer der jüngsten Mannschaften der Liga seit dem ersten Vergleich in Neuhausen, den die Gelb-Blauen mit 35:31 gewinnen konnten, kann sich sehen lassen. Die makellose Bilanz von 13 Siegen in 13 Spielen ist eine Seite der Medaille, die andere diverse Fortschritte in unterschiedlichsten Bereichen. Spielerisch, taktisch und auch in Sachen Cleverness hat das Team von Jörg Lützelberger sich stets weiterentwickelt. So reichte am vergangenen Wochenende bei einem stark auftrumpfenden HC Oppenweiler/Backnang mit seiner besten Saisonleistung auch ein schwächerer Tag, um erfolgreich zu sein. „Wir müssen die Sechs-Tore-Führung besser verwalten“, sagt der mit der Leistung nicht zufriedene HSG-Coach zwar, „aber wir können zufrieden sein, dass wir mit einer schwächeren Leistung bei einem starken Gegner auswärts bestehen konnten. Das ist die gute Nachricht und auch ein Stück Qualität.“ Erfahrungen wie in Oppenweiler, als nervenstrak in Unterzahl der Siegtreffer per Steal markiert wurde, werden dabei für künftige Krimis helfen, ist sich der 36-Jährige sicher und weiß: „Mehr als der nächste hohe Sieg. An solchen Spielen unter Druck und Stress wächst man.“

Bevor seine Mannschaft in eine kurze Weihnachtspause gehen kann, kommt mit dem TSV Neuhausen/Filder ein Gegner in die Schänzle-Hölle, der richtig gut drauf ist und sein Derby in Plochingen mit 37:21 dominiert hat. „Gefühlt ist noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen“, lächelt Lützelberger beim Gedanken an das Hinspiel, in dem Konstanz zu Beginn einige Probleme hatte, dann deutlich davonzog, Neuhausen in den letzten Minuten aber noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. „Sie haben uns ordentlich geärgert und haben sich viel einfallen lassen“, blickt der EHF-Mastercoach zurück. „Wir wollen zeigen, dass wir uns entwickelt haben, das besser und daheim nochmal anders auftreten können.“ Insbesondere das frühe Pressing auf die Mittelmänner war im Hinspiel eine neue Maßnahme der beiden Trainer Markus Locher und Alexander Trost –früher selbst in der Bundesliga unter anderem in Balingen und Göppingen aktiv –, die zudem gerne den siebten Feldspieler einsetzen. Großer Wunsch der Konstanzer ist es, die Maximalausbeute aus den ersten 14 Partien vor der Spielpause bis 15. Januar zu sichern. In die Pause zu gehen „geht viel besser mit einem Erfolg“, findet der ehemalige Bundesligaprofi nach einer starken individuellen und kollektiven Entwicklung in den vergangenen Monaten.

Gefährliche Rückraumachse

Vorsicht ist dennoch geboten, denn die gefährliche Rückraumachse des TSV Neuhausen um Hannes Grundler – neunfacher Torschütze in Plochingen –, Timo Durst, Luis Sommer und Roman Fleisch spielt schon seit Jahren zusammen und weiß genau, wie sie ihre Mitspieler einsetzen muss. Deshalb gibt Lützelberger vor, das „wir in unserer Halle laufen wollen und nicht der Gegner Freude am Tempospiel entwickeln soll.“ Zudem muss der Tordrang des Rückraums eingedämmt werden. Noch einmal möchte die HSG Konstanz alles aus dem Tank holen, was der große, breite Kader hergibt und mit viel Spielfreude seine lautstarken Fans begeistern, die bei jedem Auswärts- und Heimspiel für eine tolle Stimmung gesorgt haben. Auch darauf freuen sich Spieler und Trainer noch einmal ganz besonders.

Herr Trost, Sie sind zusammen mit Markus Locher gleichberechtigt für den TSV Neuhausen verantwortlich – und das sehr erfolgreich. Wie teilen Sie sich die Aufgaben auf und wie profitieren sie von dieser Doppelspitze?

Als Mannschaft profitieren wir sicher, indem unsere Jungs immer wieder neuen Input bekommen. Wir legen gemeinsam den Schwerpunkt für die Woche fest. Die jeweiligen Inhalte überlegen wir uns dann jeder selbstständig. Zudem splitten wir das Wurftraining und die eine oder andere spielnahe Situation im Training. Markus hat selbst im Rückraum gespielt. Ich auf Außen. So können wir den Spieler positionsspezifische Inhalte und Lösungen glaubhaft vermitteln. Markus übernimmt zusätzlich das Videostudium und die damit verbundene Spielvorbereitung.

Sind Sie als Trainertyp und als Persönlichkeit eher unterschiedlich und ergänzen sich daher gut oder sehr ähnlich und damit total auf einer Wellenlänge?

Sowohl als auch. Wir sind uns einig über die Art und Weise wie wir Handball spielen wollen. Markus hat mich vor langer, langer Zeit als Jungendspieler ausgebildet und zum Bundesligaspieler gemacht.  Vom Typ und der Persönlichkeit sind wir uns glaube ich sehr ähnlich. Wir wollen immer den maximalen Erfolg, aber mit Spaß. Da dürfen Meinungen über das eine oder andere Thema aber auch mal unterschiedlich sein. Ich bin noch nicht so lange vom Spielgeschehen weg, lasse daher vielleicht öfters mal kicken und die Leine etwas länger. Markus arbeitet mit einer unglaublichen Akribie und hat einfach ein überragendes taktisches Gespür für Situationen. Da kann ich mir immer wieder sehr viel abschauen.

Bereits mehr als die Hinrunde der Saison ist absolviert. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Die Bilanz ist positiv. Wir können uns behaupten in einer unglaublich starken Staffel. Unser Ziel war und ist es, uns immer weiter zu steigern. Und das gelingt unseren Jungs. Es macht Spaß zu sehen wie sie sich Woche für Woche spielerisch, aber auch in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln. Natürlich hätten wir gerne den ein oder anderen Punkt mehr. Auf Grund von Verletzungspech usw. sind wir aber im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Das wird Ihnen aber vermutlich jeder Trainer so sagen… 

Wie würden Sie Ihre Mannschaft charakterisieren und beschreiben, was zeichnet sie aus?

Wir sind eine junge, hungrige und lernwillige Mannschaft die nicht aus Spielern, sondern aus Freunden besteht.

Was erwarten Sie in Konstanz?

Einen couragierten Auftritt unserer Mannschaft, um allen ein gutes Drittligaspiel zu liefern.

Wie wird Ihr Kader aussehen? Stehen Ihnen alle Akteure zur Verfügung?

Bis auf Nik Wittke, der sich in Plochingen leider den Ellenbogen ausgekugelt hat, werden alle Mann dabei sein.

Wie schätzen Sie die HSG Konstanz ein und wo sehen Sie ihre Stärken?

Die HSG ist ein super organisierter, sympathischer Verein, der für mich in die 2.Bundesliga gehört. Eine große Stärke ist sicher das breit angelegte Tempospiel, das sie mit dem sehr ausgeglichen Top-Kader über 60 Minuten durchziehen. Konstanz spielt für mich Bundesligahandball. Deshalb gehören sie auch wieder dorthin.