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Lisa Schipper SG Kappelwindeck/Steinbach

SG BBM Bietigheim – SG Kappelwindeck/Steinbach 24:29 (11:14)



Nachwuchs des Deutschen Meisters besiegt


Nach dem knappen „Last-Minute-Sieg“ gegen das Saarländische Team der HSG Marpingen vor Wochenfrist, reisten die A-Mädels nach einem souveränen Oberliga-Sieg in der Baden-Württemberg Liga tags zuvor in Göppingen, gleich am Sonntag nochmals Richtung Stuttgart, um beim Gruppenfavoriten der Gruppe 4, der SG BBM Bietigheim, den Traum von der Zwischenrunde um die Deutsche Jugendmeisterschaften weiter am Leben zu halten.

Die Bietigheimer Mädels galten im Vorfeld in Fachkreisen als klarer Kandidat für den Gruppensieg und haben auch etliche Jugend-Nationalspielerinnen in ihren Reihen, die teilweise schon mit der Erstliga-Mannschaft trainieren dürfen. Dennoch ging die Truppe um Nadja Kaufmann, Franka Riedl und Abwehrchefin Lynn Seebacher äußerst selbstbewusst in die Partie, wusste man doch auch, dass man an einem guten Tag immer für eine Überraschung gut sein kann.

Dies war dann auch von Anfang an deutlich zu spüren, als man relativ schnell die vorher offensiv ausgerichtete 3:2:1 Abwehr auf eine defensivere 6:0 Variante umstellte und gleich mal an Sicherheit gewann. Auch dies ist aktuell eine Stärke des Teams, das in der Lage ist, relativ schnell taktische Umstellungen in Angriff und Abwehr umzusetzen, ohne in Hektik zu verfallen.

So hielt man den sonst äußerst wurfstarken Rückraum der Gastgeberinnen bis zur 12. Minute beim 2:5 mit schnellen Gegenstößen durch „Turbo“ Lorena Vierling und die an diesem Tage offensiv einmal mehr sehr durchschlagskräftigen Nadja Kaufmann und Franka Riedl recht gut in Schach. Auch im weiteren Verlauf der 1.Hälfte blieb man durch die stark agierende Defensive mit einer immer besser haltenden Ina Rahner im Tor auf Kurs und konnte den Vorsprung zur Pause beim 11:14 stabil halten.

Nach dem Wechsel kamen die Bietigheimer Mädels zunächst besser in Fahrt (13:15), wurden dann aber mit einer zusätzlichen Feldspielerin immer wieder ausgekontert, wobei Ina Rahner aus dem Tor ihren ersten Bundesliga-Treffer markieren konnte (14:19). Während nun die Gastgeberinnen samt Trainer (gelbe Karte) durch die überraschend drohende Niederlage immer hektischer wurden, spielten die SG-Mädels die Partie trotz vieler Wechsel unheimlich clever weiter und sahen beim 18:24 nach schönen Treffern von Leonie Bürger und Lucy Klingler bereits wie die sicheren Sieger aus. In Unterzahl, nach einigen fragwürdigen 7-m Entscheidungen und Hinausstellungen, musste das Trainergespann Manz/Heidenreich dann doch nochmals in die „Taktik-Kiste“ greifen, als die beiden besten SG-Spielerinnen Kaufmann und Riedl in Sonderbewachung genommen wurden und die Mannschaft nicht immer das richtige Mittel im 3:4 Unterzahlverhältnis fand. So wurde es beim 22:24 in der 53.Minute dann doch nochmals eng.

Ina Rahner im Tor hielt nun erneut einige wichtige Bälle und im Angriff nutzten Helena Klöpfer im Verbund mit der eingewechselten „Joker-Spielerin“ Saskia Vogel nun wieder cleverer die vorhandenen Lücken in der gegnerischen Abwehr und konnten sich zum Schluss nochmals klar absetzen und einen letztlich überzeugend klaren Sieg einfahren.

Dieser Erfolg öffnet nun alle Türen, vor dem anstehenden entscheidenden letzten Vorrunden-Wochenende. So muss man am kommenden Samstag in Augsburg beim ebenfalls noch ungeschlagenen Konkurrenten TSV Haunstetten antreten, bevor es einen Tag später in der Sportschule Steinbach zur letzten Vorrundenpartie gegen den TSG Friesenheim kommt.

Auch wenn immer noch nicht alle Spielerinnen derzeit ihr absolutes Leistungsvermögen abrufen konnten, hat sich das Team unheimlich gefunden. Die Erfahrungen der letzten Bundesliga-Saison, als man in der Zwischenrunde legendäre Spiele gegen die Topteams aus Dortmund, Thüringer HC oder Bad-Schwartau lieferte hat die Mannschaft sichtlich gestärkt (trotz des schmerzlichen, altersbedingten Abgangs von Stephi Elies und Zoe Bürger), andererseits aber auch unheimlich motiviert, erneut in die Zwischenrunde der 16 besten deutschen Nachwuchsteams einziehen zu wollen. Hoffen wir, dass die Leistung von Bietigheim der Gradmesse bleibt und die Truppe um Nadja Kaufmann, Franka Riedl und Janina Jülg, dieser finalen Anspannung am Wochenende erneut standhält.

Vorrunden-Tabelle Gruppe 4

Aufstellung:
Tor: Ina Rahner (1 Treffer)
Feld: Nadja Kaufmann 8/4, Lorena Vierling 3, Franka Riedl 7, Janina Jülg 1, Lynn Seebacher, Lisa Schipper 4, Ariane Pfundstein, Luna Baumann, Helena Klöpfer, Lucy Klingler 2, Leonie Bürger 2, Helena Bertele, Saskia Vogel 1.
Betreuerinnen: Stephi Elies, Zoe Bürger