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Rollstuhlhandball

Rollstuhlhandball mit einem Weltmeister



Während am 11.09.2021 die erste deutsch-holländische Meisterschaft im Rollstuhlhandball ausgetragen wurde, spielte man auch in der Ichenheimer Riedsporthalle Handball im Rollstuhl.

Arnulf Meffle wurde 1978 Handball Weltmeister und besiegte vor wenigen Jahren auch seine Leukämie. Der Vizepräsident Breitensport des Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband ist Lehrer an der Ichenheimer Realschule. Unter seiner Leitung startete das Pilotprojekt mit Schülern verschiedener Klassen.

Während die Schüler mit einem Handball und ohne Handicap in den Rollstühlen warteten, erklärte BBS-Referent Roland Blanke die „ersten Schritte“ im Rollstuhl. Blanke selbst ist aus ähnlichen Veranstaltungen in der Sportart Basketball bekannt, nun unterstützt er auch Handball. Es ist eine Begegnungen und ein Austausch unter Sportlern mit und ohne Behinderung.

Koordination, Geschicklichkeit und Kondition sind auch im Behindertensport gefordert, dies sollten die Teilnehmer früh erkennen. Nachdem die ersten Drehungen im Rollstuhl noch lachend absolviert wurden, forderte die weitere Erfahrung mit dem Sportgerät Rollstuhl in der Kombination mit Handball alle heraus. Während gedanklich eine Sensibilisierung der Lebenssituationen von Menschen mit Behinderung erfolgte, verbreitete sich auch der Respekt vor Menschen, die mit Behinderung Sport treiben.

Projektreferentin Laura Wienk-Borgert, selbst Handballerin bei der SG Kappelwindeck/Steinbach, war ebenfalls im Rollstuhl unterwegs und hatte bereits ab 07:00 Uhr die Rollstühle des BBS bereit gestellt. Über 70 Schüler/innen nahmen am Projekt „Behindertensport macht Schule“ teil. Auch beim Südbadischen Handball-Verband (SHV) hat man sich das Ziel gesetzt, Rollstuhl-Handball in Baden mittelfristig populär zu machen. Während man in Frankreich schon Ligaspiele durchführt, stecken wir auf der anderen Seite des Rheins noch in den Kinderschuhen.

Arnulf Meffle ermöglichte einen Perspektivwechsel für die Nachwuchs-Handballer seiner AG an der Schule. Nach knapp zwei Stunden war das „Training ohne Beine“ beendet. Für alle eine neue Erfahrung, auch wenn bei manchen Aktionen die Reflexe doch noch die Beine bewegten.

Inklusive Sportangebote auf- und ausbauen ist das Ziel solcher Projekte. Roland Blanke war erst nach einem schweren Unfall gelähmt, damals war er gerade 30 Jahre alt. Mit seinen Erfahrungen kann er Berührungsängste abbauen aber auch motivieren. Zwischen den Kindern fiel er nur durch sein Alter auf, eine Behinderung war nicht zu erkennen.

Wenn alle zusammen Sport treiben gibt es kein „normal“ und „unnormal“. In der Riedhalle hatten alle Teilnehmer und auch Arnulf Meffle gute Laune. Dass man zwei Stunden im Rollstuhl saß bemerkten viele an ihrer Gesäßmuskulatur, aber auch dies wurde in Kauf genommen um eine positive Erfahrungen sammeln zu können.

Weitere Informationen gibt es unter:

https://www.rollstuhlhandball.de

https://www.bbsbaden.de