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Jan Disch, Handball Union Freiburg

Schwaches Südbadenliga-Spiel endete unentschieden



Favoritenrolle der HU Freiburg blieb ungenutz

Für die Jungs der Handball Union Freiburg ging es am vergangenen Wochenende zum vorletzten Spiel in der Hauptrunde und zum letzten Mal vor heimischer Kulisse in der Jahnhalle gegen die SG Ohlsbach/ Elgersweier zur Sache.

Zu bester Anwurfzeit am Samstagabend um 20 Uhr wollte die Truppe um Trainer David Flaig den guten Start in die Rückrunde mit einem Sieg in Oberhausen und einem Unentschieden beim heimstarken TV Oberkirch nun mit einem möglichst souveränen und klaren Sieg gegen die Truppe aus der unmittelbaren Offenburger Nachbarschaft bestätigen.

Ein Blick auf die Tabelle bestätigte die klare Favoritenrolle seitens der HU. Die Gäste standen mit großem Abstand auf den nächstvorderen Platz mit mageren sechs Punkten auf dem drittletzten Rang. Trotz dem auf dem Papier deutlichen Kräfteverhältnis trügt der Schein ein kleines bisschen, da viele Niederlagen der Spielgemeinschaft sehr knapp ausfielen und daher die Tabellensituation das Leistungsvermögen nicht wirklich widerspiegelte.

Trotz allem gab es für die Handball Union an diesem Abend keine zwei Optionen, ein Sieg war absolute Pflicht. Bis auf den Langzeitverletzten Moritz Faßbinder und den an Corona erkrankten Fabrice Maier konnte Trainer Flaig auf alle Akteure zurückgreifen, auch wenn sich einige davon erst wieder im Aufbautraining nach längeren Verletzungen befanden.

Der Start in die Partie war dann für das Heimteam untypisch holprig. Nach zwei Minuten lag man 0:2 zurück und war direkt das erste Mal in Unterzahl. Genauso schnell hatte man sich allerdings wieder gefangen und nach jeweiligem Ausgleich zum 2:2 und 3:3 konnten die Hausherren in Person von Patrick Schumacher nach fünf gespielten Minuten zum ersten Mal in Führung gehen (4:3; 6. Min.). Danach entwickelte sich ein relativ ausgeglichenes, aller-dings auch nicht wirklich hochklassiges, Südbadenliga-Duell mit leichten Vorteilen für die Hausherren. Diese leichten Vorteile der HU sorgten mit Verlauf der ersten Halbzeit für ein langsames, aber stetiges Absetzen. Nach zwanzig Minuten hatte man erstmals einen etwas komfortableren Vorsprung von vier Treffern (14:10; 21.). Leider verlor die junge Truppe aus Freiburg dann ziemlich den Faden und man konnte fast von Glück reden, überhaupt noch eine zwei Tore Führung beim Stand von 16:14 mit in die Halbzeit nehmen zu können – die letzten Minuten waren leider ein hässliches Vorzeichen für das was im zweiten Durchgang folgen sollte.

Obwohl man die zweite Hälfte mit doppelter Überzahl startete, konnte man keinen Profit daraus schlagen und die Gäste aus der Ortenau blieben hartnäckig. Der unangenehmen Spielweise in Kombination mit einem fast unbändigen Kampfeswillen des vermeintlichen Underdogs hatten die „Jungen Wilden“ der Union nichts entgegensetzen und auch Trainer Flaig schien konzeptionell keine echte Antwort auf die etwas wild aber mit Herz agierende Truppe um Gästetrainer Mathias Eisele zu haben.

Eine unsichere Schiedsrichterleistung, und zwar für beiden Seiten, trug nicht unbedingt dazu bei, das Spiel zu beruhigen, geschweige denn auf ein höheres Level zu führen. So entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein unglaublich umkämpftes, torarmes und, man muss es leider auch so deutlich sagen, erschreckend schwaches Spiel für zwei Südbadenligateams.

Die erste logische Konsequenz war der Ausgleich durch die SG zum 19:19 in der 39. Minute. Die Handball Union konnte aber durch Einzelaktionen immer wieder mit einem Tor in Führung gehen. Doch auch die Gäste kamen immer wieder zum Ausgleich. Bezeichnend für das Niveau der Partie war dann eine Phase zwischen der 45. und 53. Minute beim Stand von 22:22, in der es keiner der beiden Mannschaften gelang, ein Tor zu erzielen – das hatten die wenigsten Zuschauer zuvor schon ein-mal erlebt. Um diesem aus HU-Sicht eh schon gebrauchten Abend die Krone aufzusetzen, waren es dann auch noch die Gäste, die den Bann brechen konnten und auf einmal ihrerseits in Führung lagen.

Spätestens jetzt witterten die Underdogs die ganz große Sensation und wollten der vermeintlichen Übermacht aus Freiburg einen ganz üblen Dämpfer für die Aufstiegsrunde verpassen. Doch die HU nahm den Kampf an, glich immer wieder aus und hatte mit dem letzten Angriff tatsächlich noch die Möglichkeit auf den letzten Drücker alles vergessen zu machen, doch am Ende blieb es beim 25:25 und damit auch einem leistungsgerechten Unentschieden.

Im Endeffekt muss man sagen, dass einem Verein wie der Handball Union mit den selbst gesteckten Ambitionen so etwas eigentlich nicht passieren sollten. Auf der anderen Seite ist die Mannschaft und das Trainerteam, genau wie das Projekt selber, vergleichsweise noch sehr jung und dementsprechend gehören solche „Rückschläge“ auch dazu. Nichtdestotrotz ist man trotz wirklich nicht guter Leistung nochmal mit einem blauen Auge davongekommen, hat man doch trotz des Unentschiedens die Teilnahme an der Aufstiegsrunde weiter selber in der Hand. Dazu muss man kommendes Wochenende bei der zweiten Garde der SG Köndringen/Teningen einen Sieg einfahren, was angesichts der Tabellensituation ein absolutes Muss ist – die SG belegt den letzten Platz.

Vielen Dank an alle die ihren Weg in die Jahnhalle gefunden haben und tatkräftig versucht haben ein besseres Ende herbeizuschreien. Hoffentlich gibt es in der Aufstiegsrunde noch die eine oder andere Gelegenheit für die Mannschaft sich vor heimischer Kulisse zu rehabilitieren und eine bessere Leistung abrufen zu können. Auch nächste Woche freuen wir uns über zahlreiche Unterstützung, verweisen allerdings auf die SG Köndingen/Teningen und bitten Sie, sich über die dort geltenden Vorschriften zu informieren. (Bericht: Johannes Hehn)

Handball Union Freiburg – SG Ohlsbach/Elgersweier 25:25 (16:14)

Handball Union Freiburg: Marius Schneider, Philipp Böhringer, Jan Disch (6/3), Patrick Schumacher (2), Felix Bühler (1), Ruben Wolfarth (4), Christoph Muy (2), Pit Weber (1), Dominik Zaum, Moritz Schmidberger (3), Nino Matosic (1), David Manhold (2), Mathis Vornholt (3), Fabio Remensperger, Max Wachter, David Flaig, Clemens Dietz; Trainer: David Flaig

SG Ohlsbach/Elgersweier: Steffen Sieverding, Stefan Räpple (5), Vincent Oßwald (2), Sebastian Bruder, Marvin Lehmann (7/2), Florian Bruder (4), Maximilian Waidele, Adrian Kurz, Tobias Jörger, Jan Richter (1), Jonas Huber (6), Simon Huber, Sepp Benjamin, Mathias Eisele, Fabian Keßler; Trainer: Mathias Eisele

Schiedsrichter: Bernd Himmelsbach (HSG Ortenau Süd), Roland Littenecker (TuS Ottenheim)

Gelb: Patrick Schumacher (8.), Mathis Vornholt (5.) / Vincent Oßwald (3.), Sebastian Bruder (2.), Tobias Jörger (3.)

Strafminuten: 8:12

2 Minuten: Felix Bühler, Moritz Schmidberger, Nino Matosic, Mathis Vornholt / Steffen Sieverding, Steffen Sieverding, Vincent Oßwald, Sebastian Bruder, Jan Richter, Jonas Huber

Vergebene Siebenmeter: Jan Disch, Moritz Schmidberger, Mathis Vornholt / –