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Sinan Kantar, HU Freiburg

Zweite Saisonniederlage in der Fremde



Vergangenen Samstag kam es nach nur vierzehn Tagen zum erneuten Aufeinandertreffen der HU mit dem TV Ehingen.

Nach dem 32:27 Heimsieg vor zwei Wochen mussten die Freiburger diesmal allerdings auswärts in der Eugen-Schädler-Halle am Bodensee antreten. Schon im Interview der beiden Trainer nach dem vergangenen Duell in Freiburg wurde das Rückspiel thematisiert. Die Hausherren wollten sich natürlich für das Hinspiel, in dem sie 45 Minuten lang auf Augenhöhe mitgespielt hatten, revanchieren.

Die Gäste aus Freiburg hingegen wollten ihrerseits die erste Saisonniederlage aus der Vorwoche in Altenheim wieder vergessen machen. Es versprach also ein spannendes Duell zu werden, zumal auf Seiten der Ehinger im Vergleich zum Hinspiel Rückraumshooter Lukasz Stodtko wieder mit dabei war, den Freiburgern hingegen fehlte in Person von Mathis Vornholt ihr genialer Strippenzieher im Angriff.

Der Start ins Spiel gelang der Truppe um Trainer David Flaig dann auch hervorragend. Man konnte schnell mit 3:1 in Führung gehen (4. Min.). Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:3 (6.) hatte man nach gut elf gespielten Minuten beim 5:7 die Nase allerdings wieder leicht vorne. Besonders Ruben Wolfarth stach am Anfang mit seiner Dynamik heraus und konnte vier der ersten sieben Treffer erzielen. Danach folgte allerdings der erste Bruch im Spiel. Die Hausherren legten einen kurzen Zwischenspurt hin und gingen kurz darauf selber in Führung (8:7; 16.). Trainer Flaig reagierte und nahm eine Auszeit, die allerdings nur temporär Wirkung entfalten konnte. Nachdem man kurzfristig wieder mitspielte und bis auf ein Tor an den Gastgebern dran blieb (11:10; 22.), musste man anschließend erneut abreißen lassen, was beim Stand von 14:10 nur zwei Minuten später zur nächsten Auszeit seitens der Gäste aus Freiburg führte. Nach dieser zweiten Auszeit zeigte sich gerade die Abwehr wieder deutlich verbessert, aber man konnte selbst nur einen Treffer markieren und so ging es dann beim 14:11 in die Pause.

Im zweiten Durchgang erwischte die HU wieder den besseren Start und konnte schnell zum 14:13 anschließen (34.). In Folge war man sogar kurzzeitig in doppelter Überzahl, konnte diese Situation jedoch nicht nutzen, ganz im Gegenteil, denn man lag schnell wieder mit drei Toren zurück (16:13; 37.). Man merkte den Freiburgern an, dass sie unbedingt verhindern wollten, die Gastgeber davonziehen zu lassen. Doch man merkte auch, wie schwer man sich im aufgebauten Angriff ohne Mathis Vornholt tat. So konnte man bis zum 19:16 den Abstand halten (43.), danach konnten die Ehinger jedoch zwei schnelle Treffer markieren und gingen erstmals mit fünf Treffern in Führung (45.). David Flaig sah sich gezwungen, sehr früh schon seine dritte Auszeit zu nehmen, um den Trend im Spiel zu stoppen. Kurzfristig gelang dies seinen Schützlingen auch und man konnte wieder auf drei Tore verkürzen (22:19; 48.). Kurz darauf nahm auch Heimtrainer Erich Merk eine Auszeit, denn das Spiel war wieder sehr umkämpft mit keinen klaren Vorteilen für beide Seiten.

Den Freiburgern gelang es allerdings nicht, den Abstand weiter zur verkürzen. Als die Ehinger dann vier Minuten vor Ende den Vorsprung wieder auf vier Tore ausbauen konnten (27:23; 56.) war der Glaube an das Come-back auf Seiten der Gäste gebrochen. In den letzten Minuten gab man sich dann ein wenig auf, woraus die am Ende etwas zu hohe 32:25 Auswärtsniederlage resultierte.

Alles in allem war es ein sehr gebrauchter Tag für die Jungs aus Freiburg. Niemand konnte so wirklich seine normale Leistung abrufen, was sich in kollektiver Unkreativität und individuellen Fehlern und einer schlechten Chancenverwertung niederschlug. Das Fehlen von Mathis Vornholt zeigte besonders in der Offensive die Defizite im aufgebauten Angriff auf. Die Abwehr stand an diesem Tag ebenfalls nicht so stark wie noch in den ersten Spielen und so ging die Niederlage leistungstechnisch in Ordnung.

Nichtdestotrotz ist der Saisonstart nach wie vor mehr als gelungen, zwei Auswärtsniederlagen sind angesichts von fünf Siegen zuvor kein Grund für größere Bedenken. Trotzdem muss man die Niederlagen schnell aus dem Gedächtnis streichen, denn mit dem TV Herbolzheim kommt neben Altenheim das nächste absolute Topteam am nächsten Wochenende zu Gast in die heimische Wentzinger Halle.

Jetzt gilt es, eine gute Trainingswoche hinzulegen, um am Samstag eine Reaktion zu zeigen und die makellose Heimbilanz aufrechtzuerhalten. Wir freuen uns wieder über zahlreiches Erscheinen, Anpfiff ist wie gewohnt um 20 Uhr.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei den mit an den Bodensee gereisten Fans bedanken, an euch lag es an diesem Tag nicht!

(Bericht: Johannes Hehn)

TV Ehingen – Handball Union Freiburg 32:25 (14:11)

TV Ehingen: Daniel Beck, Alexander Hänsel, Bastian Dannenmayer (5), Lukasz Stodtko (4/1), Flaviu Ionut Gaie, Julian Küchler (4/1), Yannik Sauter, Sascha Merk, Niklas Duffner (8/2), Jonas Schmidt (9), Marc Plesse (2), Louis Biller, Marcel Kiyici, Doru Ionut Hosu, Erich Merk, Harald Schütz, Denise Kiyci; Trainer: Erich Merk

Handball Union Freiburg: Dominik Zaum, Leonard Hellbrecht, Sinan Kantar (2), Jan Disch (6/1), Patrick Schumacher (1), Felix Bühler (4), Ruben Wolfarth (6), Christoph Muy (1), Pit Weber (2), Moritz Schmidberger (1), Nino Matosic (2), Fabrice Maier, Fabio Remensperger, David Flaig, Moritz Faßbinder; Trainer: David Flaig

Schiedsrichter: Frank Aberle (TV St. Georgen/Schw.), Frank Schneider (TuS Ottenheim)

Gelb: Alexander Hänsel (3.), Bastian Dannenmayer (7.), Lukasz Stodtko (3.) / Jan Disch (2.), Patrick Schumacher (3.), Felix Bühler

Strafminuten: 12:8

2 Minuten: Bastian Dannenmayer, Lukasz Stodtko, Lukasz Stodtko, Jonas Schmidt, Marc Plesse, Marc Plesse / Jan Disch, Ruben Wolfarth, Moritz Schmidberger, Nino Matosic

Vergebene Siebenmeter: Lukasz Stodtko, Julian Küchler / Jan Disch